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Themenbereich: Grundfragen des Glaubens

Thema: AHaBaH – Das Höchste ist lieben

Beitrag 1: Gottes- und Menschenliebe (Bodo Fiebig 2018-1)

Was macht das Menschsein des Menschen aus? Seine Intelligenz, die ihn aus der Menge der übrigen Lebewesen heraushebt? Seine Sprachfähigkeit und die Entwicklung der Schrift, mit deren Hilfe er Erfahrungen, Wissen, Überlegungen, Emotionen ... mitteilen und austauschen kann? Seine technischen Errungenschaften, vom Rad bis zur Weltraumrakete, vom Zählbrett bis zum Supercomputer, von der Erdhöhle bis zum Wolkenkratzer, vom Rauchzeichen bis zur globalen Kommunikation? Das alles sind Ergebnisse jahrtausendelanger, immer weiter aufeinander aufbauender Denk- und Gestaltungsprozesse und großartige Leistungen des menschlichen Geistes. Aber machen sie allein schon das Besondere und Einzigartige des Menschseins aus? Die Bibel, eine der ältesten und in ihrer Wirkungsgeschichte bedeutendsten Schrif­ten der Menschheit, nennt einen anderen Aspekt als Merkmal und Höchstform menschlicher Existenz: Auf die Frage nach dem Höchsten und Größten des Menschseins antwortet sie: Du sollst lieben (siehe unten Mt 22, 35-40), antwortet also mit einer Aufforderung, die zur Aufgabe jedes Menschen wird. Die Frage ist nur: Was könnte damit gemeint sein? Das Wort „Liebe“ ist eines der meistgebrauchten und meistmissbrauchten Wörter in allen Sprachen der Menschheit (siehe auch den Beitrag Die falsche Liebe“).

In diesem Themenbeitrag wird für den Begriff „Liebe“ oft das hebräische Wort AHaBaH verwendet (gesprochen Ahawah - in der hebräischen Schrift der Bibel werden nur die Konsonanten geschrieben. Sie werden hier mit Groß­buchstaben dargestellt, die hier kleingedruckten Vokale wurden später in Form von Punktierungen als Lesehilfe hinzugefügt. Das „B“ wird manchmal auch als „W“ gesprochen.). Dieser Begriff aus der Bibel hat hier den Vorteil, dass er (für die meisten von uns) nicht schon mit festgelegten Inhalten gefüllt und belastet ist. Dadurch ist er frei für eine unbefangene, vom biblischen Gebrauch her begründete Verwendung. Das ist nicht nur eine sprachliche Spielerei, sondern hat auch eine inhaltliche Bedeutung. Ein Aspekt dieses Bedeutungsgehalts soll im Folgenden angedeutet werden.

Zu den bekanntesten Texten aus dem Neuen Testament der Bibel gehört das „Hohelied der Liebe“ aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1. Kor 13). Es beginnt mit den Sätzen (Lutherübersetzung, leicht verändert): Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen reden könnte und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts als ein schepperndes Blech oder eine schrille Klingel. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen spenden würde und gäbe (als Märtyrer) meinen Leib zum Verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre das alles nichts wert. […] Denn, und so endet dieses Lied: „Das Größte von allem ist die Liebe“ (1. Kor 13, 13). Dieses Lied von der Liebe ist sicher einer der großartigsten Texte, den die Menschheit je verfasst hat. Paulus (Glaubensjude und Kulturgrieche mit römischem Bürgerrecht) formuliert dieses Lied in griechischer Sprache und entsprechend griechischem Denken als allgemein gültige Idealvorstellung und philosophisches Lehrgedicht über die Liebe. Er verwendet hier das griechische Wort „Agape“, das eine „reine“, geistige, von aller körperlichen Leidenschaft befreite Liebe bezeichnet. Gleichzeitig versucht er aber, dieses Wort von der rein begrifflichen Ebene auf die Ebene konkreter zwischenmenschlicher Begegnungen und Beziehungen zu übertragen: Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; (…). Und doch hebt das griechische „Agape“ nur einen bestimmten Aspekt dessen hervor, was die Bibel als Ganzes noch umfassender mit „Liebe“ meint.

Die Wurzeln des Neuen Testaments, besonders der Evangelien, sind von hebräischer Sprache und jüdischem Denken geprägt. Wir haben zwar die ältesten Überlieferungen des Neuen Testaments (und in ihnen auch die Evangelien) nur in griechischer Sprache vorliegen, aber Jesus selbst (von dem ja die Evangelien vor allem berichten), hat nicht griechisch gesprochen, wenn er am See Genezareth und auf den Bergen Galiläas predigte, sondern hebräisch oder aramäisch (siehe dazu das Thema „Evangelium und Urgemeinde“). Seine Worte sind erst nachträglich ins Griechische übersetzt worden. Dabei ist auch manches von seiner hebräisch-jüdischen Sprech- und Denkweise verloren gegangen.

Im Hebräischen denkt und spricht man nicht so viel in Substantiven (vor allem nicht in abstrakten, philosophischen Begriffen wie im Griechischen), sondern in Verben, (also in Vorgängen und Handlungen). Nicht „die Liebe“ als abstrakter Begriff ist es, worauf es Jesus ankommt, sondern „lieben“ als konkret-handfesten Vollzug. Bei Jesus klingt deshalb die inhaltlich entsprechende Aussage etwas anders. Er entnimmt dem hebräischen Alten Testament zwei Sätze und fügt sie zum neutestamentlichen „Doppelgebot der Liebe“ zusammen (Mt 22, 35-39): Einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Was Paulus als Begriff verwendet (die Liebe) das drückt Jesus als Tätig-Sein aus (Gott und den Nächsten lieben); beide von Jesus zitierten Textstellen im Alten Testament verwenden dabei das Wort AHaBaH, bzw. dessen Verbform AHaB). Wobei „lieben“ hier nicht in erster Linie einen gefühlsmäßigen Vorgang meint, sondern einen praktischen: Dem Nächsten Gutes tun, ihm helfen, wo er Hilfe braucht, ihn versorgen, fördern, unterstützen, pflegen, heilen … (vgl. Lk 10, 30-36 im Gleichnis vom barmherzigen Samariter), ihn aufnehmen, wenn er heimatlos ist, ihn mit allen Nötigen versorgen, wenn er in Not ist, ihn in Schutz nehmen, wenn er angegriffen wird, ihn besuchen, wenn er einsam, krank oder in Gefangenschaft ist (vgl. Mt 25, 31-46 im Gleichnis von den „Schafen und Böcken“).

Bei der Liebe zu Gott betont die Bibel Emotion und Leidenschaft (lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt), und zwar deshalb, weil die Liebe zu Gott immer in der Gefahr ist, zu unpersönlichen, formelhaften Glaubenssätzen und Kulthandlungen zu erstarren.

Bei der Liebe zum Nächsten betont die Bibel das handgreiflich-praktische Tun: Lieben (im Sinne von „jemandem etwas Liebes tun“, so wie man sich ja auch selbst gern etwas Gutes tut), und zwar deshalb, weil sich die Nächsten-Liebe allzuleicht auf eine schwankende, oft unverbindliche und verantwortungsscheue Gefühlsebene verflüchtigt.

Zusammengenommen bezeichnet dieses „Doppelgebot der Liebe“ nur jene Liebe als echt, die von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt Gott und dem Nächsten nahe sein will und beiden handfest und konkret zu dienen bereit ist.

Die erotische Liebe, die bei unsrem heutigen Gebrauch dieses Wortes meist im Vordergrund steht, ja, die den Begriff „Liebe“ manchmal vollkommen für sich vereinnahmt hat, ist zwar ein besonderer und bedeutsamer Teilbereich der Nächsten-Liebe, aber niemals das Ganze, ebenso wie ein rein geistiger, „entkörperlichter“, philosophischer Liebes-Begriff (griechisch Agape) niemals das Ganze dessen erfassen kann, was die Bibel mit „Liebe“ meint. Für diese umfassende Liebe, die den anderen liebt um seinetwillen, die nicht vor allem das Eigene sucht, nicht den eigenen Vorteil, nicht die eigene Lust und Befriedigung, sondern das, was dem anderen gut tut und ihm hilft, was ihn stärkt und fördert, schützt und rettet, für diese Liebe, die Nähe und Vertrautheit sucht und schenkt, ohne sie für sich selbst auszunutzen, die sich mit dem andern freut und mit ihm leidet, die sich im Alltag verwirklicht und in der Treue bewährt, die sich aber nicht nur auf den privaten Bereich konzentriert und beschränkt, sondern sich auch für das ganze Netzwerk von Beziehungen in der Nähe und Ferne offen hält und sich für ein gelingendes Miteinander in der Gemeinschaft einsetzt…, und die das alles mit konkretem Handeln im ganz normalen Leben zum Ausdruck bringt, für die hat die hebräische Bibel den Namen AHaBaH.

Der Ursprung dieser Liebe ist Gott selbst. Die Liebe, die in der hebräischen Bibel AHaBaH heißt, ist zugleich auch das innerste Wesen des Gottes, der JaHWeH genannt wird (1.Jo 4, 7-8): … denn Gott ist die Liebe. (In diesem Satz im Neuen Testament steht freilich nicht das Hebräische „Ahawa“ sondern das griechische „Agape“. Im AT ist der Satz „Gott ist Liebe“ nicht zu finden, dafür aber in großer Zahl Texte, die beschreiben, was damit gemeint ist, z. B. in Psalm 103, 8-13: Barmherzig und gnädig ist JHWH, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich JHWH über die, die ihn fürchten.)

Der Zusammenhang zwischen JHWH (Gott) und AHBH (Liebe) ist auch an den hebräischen Wörtern und ihren Bestandteilen abzulesen. Im biblischen Hebräisch haben die Buchstaben, aus denen ein Wort besteht, auch je einen Zahlenwert. Dadurch kann man jedes hebräische Wort auch als Zahlenfolge ausdrücken. Wenn man das mit dem Gottesnamen JHWH macht, ergibt sich die Zahlenfolge (J = 10; H = 5; W = 6) 10-5-6-5. Dabei muss man beachten: Der Buchstabe „w“ (Zahlenwert 6) ist in der hebräischen Sprache zugleich auch das Wort „und” (das dann we oder wa ausgesprochen wird; die Vokale werden im Hebräischen nicht geschrieben). Man könnte also die Zahlenfolge des Gottesnamens auch so darstellen: 10 5 und 5; oder als Gleichung geschrieben: 10=5+5. Und diese „Gleichung” des Gottesnamens JaHWeH enthält auch schon das ganze „Programm” der Schöpfung: Gott, der absolut Eine und Vollkommene (hier dargestellt durch die 10) schafft sich eine Entsprechung (ein „Ebenbild”) in Form einer Gemeinschaft (hier dargestellt durch die Zeichenfolge 5+5). Oder biblisch ausgedrückt (1. Mose 1, 27): … Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde (zu seiner Entsprechung), zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

Gott der Eine und Einzige (10), dessen „Substanz“ und „Wesen“ „Liebe“ ist, will das Menschsein als eine Entsprechung (ein „Ebenbild”) seines eigenen Wesens schaffen und das tut er, indem er das Menschsein als Liebesgemeinschaft (5+5) bildet. Das heißt umgekehrt, dass das „Vorbild“, für das das Menschsein ein „Ebenbild“ sein soll, ein Gott ist, der sich selbst als der Eine und Einzige und zugleich als Liebesgemeinschaft darstellt (wir werden noch näher darauf zu sprechen kommen).

Das bedeutet zugleich auch, dass niemals ein einzelner Mensch „Ebenbild” Gottes sein kann. Das „Ebenbild” von JaHWeH (Gott) ist AHaBaH (Liebe), ist der Schöpfungsteil „Mensch“ als Mann und Frau in liebender Gemeinschaft. Aber nicht nur das Miteinander von Mann und Frau soll nach den Willen Gottes eine Liebesgemeinschaft sein, sondern jede menschliche Gemeinschaft (Familie, Nachbarschaft, Freundschaft, Volk, Gemeinde, Kirche ...), ja, die Gemeinschaft des Menschseins als Ganzes. Die ganze Menschheit soll (in der Zielperspektive des Reiches Gottes) eine einzige Liebesgemeinschaft werden und so – als Ganzes - Ebenbild Gottes. Beginnen soll das im Volk Israel (3. Mose 19,18: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr - JaHWeH) und dann auch (als Erweiterung, nicht als Ersatz) in der Jesusjüngerschaft aus Juden und Heiden (Jo 13, 35): Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid (meine Schüler und Nachfolger und als Gemeinschaft mein Ebenbild, meine Entsprechung, meine Verkörperung, Paulus nennt es: „Leib Christi”), wenn ihr Liebe untereinander habt.

Der Satz "Gott ist Liebe" (vgl. 1.Jo 4, 7-8) wäre im Hebräischen also so zu schreiben:

JHWH AHBH

Die beiden Buchstabengruppe HWH und HBH entsprechen einander (außerdem sind sich die Buchstaben W und B im Hebräischensehr nahe, das B kann ebenso als W gesprochen werden, z. B. in AHBH, das  "Ahawah" gesprochen wird. Der Buchstabe H (Name He, Zahlwert 5) wird hier als Pronomen (Fürwort) gebraucht: Er (gesprochen hu) und sie, (gesprochen hi). Während bei JHWH die beiden H durch ein W (also ein "und") verbunden sind, steht zwischen den beiden H in AHBH ein B (Bet). Bet heißt im Hebräischen "Haus". Die Buchstabengruppe HWH betont also die Zusammenghörigkeit der Liebenden durch das "und": Er und sie. Die Gruppe HBH betont, dass die Liebe von Mann und Frau ein "Haus" braucht, einen geschützten und schützenden Raum. "Haus" war im alttestamentlichen Zusammenhang oft auch ein Wort für die Großfamilie und ihre Ordnungen, z. B. die Ehe. 

Das A (Alef) im AHBH ist hier zunächst als Anlaut verwendet, weist aber doch auch darüber hinaus: Alef heißt im Hebräischen das "Haupt". Dieses A geht der Liebe (dargestellt in der Buchstabengruppe HBH) voraus. Das Wort AHBH will uns also sagen: "Die Haupt-Sache ist die Liebe".

Auch das das J (Jod) bei JHWH hat seine eigene Bedeutung: Jod bzw. Jad (Die Vokale sind nicht entscheidend) heißt "Hand". Wenn die Buchstabengruppe HWH "Liebe" meint, dann heißt der Gottesname J-HWH "Hand-Liebe". Das ist sehr bedeutsam: Das J (Hand) als Teil des Gottesnamens weist den Träger dieses Namens als Schöpfer aus (Jes 66, 1-2): So spricht JHWH: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! (...) Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht JHWH. Aber es ist eine Schöpfer-Hand (J), die von der Liebe (HWH) gelenkt wird. Das bedeutet auch: Die Liebe, die menschliche Gemeinschaft zum Ebenbild Gottes machen soll, ist „Hand-Liebe“, nicht nur „Kopf-Liebe“ (voll edler Gedanken) und nicht vordringlich „Gefühls-Liebe“ (voll erregender Emotionen), auch nicht nur „Genital-Liebe“ (mit befriedigenden Sex), das gehört alles auch dazu; aber im wesentlichen besteht sie im handfesten Tätigsein für den anderen oder anders ausgedrückt: Sie ist „Nächsten-Liebe“ im konkreten Tun. Solche Hand-tätige Liebe spricht Jesus z. B. in seinen Gleichnissen vom „Barmherzigen Samariter“ oder von den „Schafen und Böcken“ an: „Alles, was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“.

Das Grundgesetz biblischen Glaubens und Lebens, das Jesus im Neuen Testament aus dem Alten Testament zitiert, heißt: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Gegenüber Gott ist hier vom Menschen eine „Herz-Liebe“ gefordert, die das Herz (die ganze Person mit ihren Emotionen und Antrieben), die Seele (das ganze Leben) und das Gemüt (die ganze Kraft des Denken und Glaubens) umfasst. Der Mensch kann ja an Gott keine „handgreifliche“ Liebe üben. Aber dem Nächsten gegenüber ist eine „Hand-Liebe“ gefordert, die ihm alles Gute tut, das man sich selbst wünscht. Und nur durch solche handgreifliche Nächsten-Liebe können wir indirekt auch unsere Herz-Liebe zu Gott zum Ausdruck bringen, sie „verleiblichen“ und handfest verwirklichen. Herz-Liebe und Hand-Liebe gehören zusammen: Erst Hand-Zuwendung und Herz-Zuneigung zusammen machen die ganze Liebe aus.

Die Entsprechung von AHaBaH und JaHWeH ist aber nicht nur an den Buchstaben abzulesen, sondern auch an dem, was diese Wörter zum Ausdruck bringen. Ich will das an einigen biblischen Beispielen verdeutlichen: 1. Mose 22,2 (bei der Aufforderung Gottes an Abraham, seinen Sohn Isaak zu opfern): Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. 1. Mose 24,67 (aus der Erzählung, wie Rebekka Isaaks Frau wurde): Da führte sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sara und nahm die Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. Also wurde Isaak getröstet über (den Tod) seine(r) Mutter. Hohel. 3,1 (aus dem Sehnsuchtslied der Braut, die ihren Geliebten sucht): Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht. 1.Sam 20, 17 (beim Treue-Bund zwischen Jonathan und David, wo Jonathan sein eigenes Leben und die Zukunft seiner Familie an diese Treue bindet): Und Jonatan ließ nun auch David schwören bei seiner Liebe zu ihm; denn er hatte ihn so lieb wie sein eigenes Herz.

Die leidensfähige Liebe des Vaters/der Mutter zu ihrem Kind, die starke Liebe von Mann und Frau, die sehnsuchtsvolle Liebe der Brautleute, die belastbare Liebe der Freunde ..., die in allen diesen Beispielen als umfassende, selbstlose, hingabebereite, in einem unerschütterlichen Vertrauen begründete und durch ein entsprechendes Handeln beglaubigte Liebe geschildert wird, ist hier jeweils mit dem Wort AHaBaH benannt. Die hebräische Bibel verwendet das Wort AHaBaH, um eine Liebe zu beschreiben, die dem Wesen Gottes JaHWeH entspricht. Sie ist Leben in Gemeinschaft: Miteinander und Füreinander in Vertrauen und Treue mit Gott und den Menschen. Diese „gottgemäße“ Liebe ist es, die das Menschsein (soweit es trotz aller Schwäche, Unvollkommenheit und Schuldhaftigkeit dennoch dieser Liebe zu entsprechen vermag) zum „Ebenbild“ Gottes macht.

In den folgenden Beiträgen soll das noch eingehender dargestellt werden. Beginnen wir damit am Anfang allen Seins, der Entstehung unserer Welt.

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Das Thema „AHaBaH – das Höchste ist lieben“ enthält gegenwärtig folgende Beiträge: (Der eben verwendete Beitrag ist gelb markiert)

Gottes-und Menschenliebe

Einheit und Aufbruch Gottes

Die Schöpfung der Liebe

Die Gegenwartspraxis des Zukünftigen

Gemeinschaft der Liebe

Verheißung der Liebe

Die Hochzeit

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gut und böse

sein und sollen

Dein Reich komme

Die Frage nach dem Sinn

Schöpfungsglaube und modernes Weltbild

Die falsche Liebe

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Bodo Fiebig Gottes- und MenschenliebeVersion 2018-1

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