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Bereich: Grundfragen des Glaubens

Thema: Schöpfungsglaube und modernes Weltbild

Beitrag 5: Die Versuchung (Bodo Fiebig, Version 2017-7)

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3,1Und es war die Schlange listig, mehr als jedes Wildgetier des Feldes, das gemacht hatte JaHWeH, Gott, und sie sprach zur Frau: „Tatsächlich? Hat wirklich gesagt Gott, nicht sollt ihr essen von jedem Baum des Gartens?“

Die Erzählung von der Schlange und dem „Apfel“ im Paradies macht auch gläubigen Menschen intellektuelle Schwierigkeiten. Eine redende Schlange, die die Frau verführt, eine verbotene Frucht zu essen, das klingt allzu sehr nach Volksmärchen. Es ist deshalb notwendig, auch hier genauer nachzufragen, welches Geschehen hinter diesen Texten steht. Nicht die Sprachbilder und Erzählformen sind das Eigentliche dieses Textes; das Eigentliche ist der geistige Entwicklungsvorgang, die kulturgeschichtliche Wende hinter den Worten und Ereignissen. Dabei müssen wir uns wieder behutsam von manchen gewohnten und tief eingeprägten Bildern und Verstehensweisen lösen, die uns oft zur fraglosen Selbstverständlichkeit geworden sind.

Wenn wir die „Sündenfallgeschichte“ (so wie sie normalerweise verstanden wird) ernst nehmen, hinterlässt sie einen sehr bitteren Nachgeschmack: Weil vor vielen Tausenden von Jahren die „ersten“ Menschen einen Fehler begangen haben und ungehorsam waren, müssen nun alle Menschen, durch die Jahrtausende hindurch, dafür büßen. Wir alle wurden mit ihnen aus dem Paradies vertrieben und hinausgestoßen in eine böse und dem Tode verfallene Welt. Und man fragt sich unwillkürlich: Was ist das für ein Gott, der so handelt, der für irregeleitete, schuldig gewordene Menschen keine Möglichkeit der Vergebung zulässt, und der mit ihnen zugleich hunderte Generationen von Menschen bestraft und von sich weist?

Wir reden, als Gläubige, gern vom „Lieben Gott“, und haben doch das Bild von einem sehr lieblosen und ungerechten Gott vor Augen. Wenn Gott wirklich so wäre, wie es uns die übliche Deutung der „Sündenfallgschichte” nahelegt, wenn er wirklich so handeln würde, wie es unsere gewohnte Interpretation der Erzählung vom „Sündenfall” uns einreden will, dann täte man gut daran, den Glauben an ihn möglichst schnell aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschheit zu streichen.

Aber so ist Gott nicht, so ist nur unsere Gottesvorstellung, und die leiten wir meist von den Erfahrungen ab, die wir mit unseren eigenen gescheiterten zwischenmenschlichen Beziehungen machen. Der Gott der Bibel aber ist anders. Er ist nicht der „Zerstörer“, der eine paradiesische Welt, die er eben erst geschaffen hat, wieder kaputt macht, weil zwei Menschen ungehorsam waren. Er ist der Schöpfer, der Schritt um Schritt seine Schöpfungsabsicht verwirklicht, trotz aller menschlichen Verkehrtheit und Schuld. Er will in der geschaffenen Welt ein Abbild und Gegenüber seiner Liebe entstehen lassen. Diese Liebe soll sich im Menschsein ausbreiten und zur alles bestimmenden Lebensordnung werden. Dazu hat er den Menschen erschaffen und ihn dann durch das Einhauchen seines Geistes noch besonders berufen und ausgestattet. Die Geschichte der Menschen in Eden hätte ein entscheidender Schritt zur Verwirklichung dieser Menschheitsberufung sein können. Aber auch durch ihr Scheitern ließ und lässt sich Gott nicht davon abbringen, durch das Menschsein seine Liebe in der geschaffenen Welt zur Anschauung und Auswirkung zu bringen. Und auch unser gegenwärtiges Scheitern an dieser Menschheitsberufung wird ihn nicht davon abhalten, seinen Plan zu verwirklichen und seine ganze Schöpfung zu vollenden. Sehen wir uns also an, was es mit der „Versuchungsgeschichte” auf sich hat.

Die Die Ausführungen folgen, wie schon in den vorangehenden Beiträgen, Vers für Vers dem Text der Bibel (hier 1.Mose 3,1 bis 3,6).

3,2Da sagte die Frau zu der Schlange: „Von der Frucht des Baumgartens dürfen wir essen. 3,3Aber von der Frucht des Baumes in der Mitte des Gartens sprach Gott: Nicht sollt ihr essen von ihm und nicht anrühren sollt ihr ihn, damit ihr nicht sterbet. 3,4Und es sagte die Schlange zu der Frau: Nicht zum Tode werdet ihr sterben, 3,5sondern es weiß Gott wohl: Am Tage, da ihr esst von ihm, werden geöffnet eure Augen und ihr werdet sein wie Gott, erkennend gut und böse.

Das Bild der „Schlange“ enthält selbst schon einen Hinweis, wie die „Sündenfallgeschichte“ zu verstehen ist: In der hebräischen Sprache (der Sprache der Bibel im Alten Testament) ist jedem Buchstaben auch ein Zahlenwert zugeordnet. In der jüdischen Tradition gibt es eine besondere Weise, damit umzugehen: Man addiert die Zahlenwerte der Buchstaben eines Wortes, und bekommt so den Zahlenwert des ganzen Wortes (diese Vorgehensweise gab es schon zur Zeit des Neuen Testaments vor 2000 Jahren: In der Offenbarung, Off 13,18, wird die „Zahl des Namens” des „Tieres” mit 666 angegeben). Wenn man das auf die beiden Wörter „maschiach“ (m=40 + sch=300 + j=10 + ch=8) für Messias und „nachasch“ (n=50 + ch=8 + sch=300) für Schlange anwendet, merkt man: Beide Wörter haben den gleichen Zahlenwert (358). So gilt die „Schlange“ als Bild für den „falschen Messias“, der falsche Versprechungen macht (ihr werdet sein wie Gott) und der mit List den Menschen davon abbringen will, seinem Schöpfer zu vertrauen und zu gehorchen, der aber manchmal dem echten Messias, äußerlich gesehen, zum Verwechseln ähnlich aussieht.

Der Messias, das ist der „Gesalbte“ Gottes, der König und Hohepriester, der das Gute befreien, schützen und stärken wird, und der das Böse im Menschen und im menschlichen Miteinander endgültig überwinden wird.

Der falsche Messias, das ist die Selbstüberhöhung des Menschseins, die Potenzierung des EGO, ist die Versuchung, alles, auch das Beste, zum eigenen Vorteil zu missbrauchen, ist das Bestreben, sich selbst zu erheben und Gut und Böse selbst zu bestimmen, ist die unstillbare Sucht, das eigene ICH immer maßloser zu übersteigern, bis es schließlich „sein will wie Gott“. Wer wollte behaupten, das wäre eine „alte Geschichte“, die heute niemanden mehr interessieren muss?

Gott hatte zunächst eine Natur geschaffen, in der das Leben auf der Erde sich entwickeln und entfalten konnte, voller Dynamik, Vielfalt und Schönheit, aber ethisch blind. Dann aber ließ Gott, in jahrtausendelangen Entwicklungen in den verschiedenen Kulturen der Menschheit, den „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ wachsen. Es entstanden Regeln des Zusammenlebens, die das Miteinander in einer bestimmten Gruppe von Menschen auf der Grundlage von ethischen Entscheidungen ordnen sollten (sieh das Thema "gut und böse"). Und daraus sollte sich schließlich eine Lebensordnung des Menschseins entwickeln, in der das Gute zur Grundlage allen Gemeinschaftslebens in der Menschheitsfamilie wird. Das aber ist nicht möglich, wenn die „Schlange”, der „falsche Messias”, und das heißt in diesem Zusammenhang: die Selbstüberhöhung des „ICH”, der Wunsch zu „sein wie Gott” die Motivation des Handeln bestimmt.

Aus der „Adamah“ des Menschengeschlechts, aus dem Nährboden der menschlichen Geschichte und Kultur kann aus eigenem Antrieb (auch beim besten Willen) nur ein Baum der Erkenntnis von Gut und Böse hervorwachsen, dessen „Früchte“ (dessen Ideen, Grundsätze und Handlungsweisen) vom individuellen und kollektiven Vorteil bestimmt sind. Gut ist, was mir nützt, was mich voranbringt, was mir Vorteile verschafft gegenüber den anderen, und gut ist, was uns als Gruppe (Familie, als Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, Partei, Volk, Religionsgemeinschaft …) stark macht gegenüber den anderen, was uns einen Vorsprung verschafft gegenüber unseren Konkurrenten, Gegnern und Feinden – das gilt heute noch wie vor Jahrtausenden. Die Früchte von diesem Baum sind schädlich, sind giftig, sind für ein Miteinander der Menschen in Frieden und Eintracht tödlich wie der Biss einer Schlange. Von dieser menschlich-allzumenschlichen Erkenntnis von Gut und Böse soll der Mensch nicht essen, denn von ihr kommen Egoismus, Habgier, Machtstreben, Konkurrenz, Feindschaft, Kampf und Tod.

Gott selbst hat den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse in die Adamah des Menschseins gepflanzt. Aber er will, dass an diesem Baum Früchte wachsen, die nicht den individuellen und kollektiven Egoismus nähren, sondern die eine Liebe stärken, die alle zwischenmenschlichen Grenzziehungen überschreitet (siehe das Themenheft „AHaBaH – das Höchste ist lieben“). Dazu gibt er später die Gebote, die dem Menschsein und allem menschlichen Miteinander gut tun sollen: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten, du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat (2. Mose 20, 12-17). Oder zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (3. Mose 18, 18; Mt 22, 39). Ohne diese von Gott gegebenen Früchte vom Baum der Erkenntnis kann das Miteinander der Menschen nicht im Guten und im Frieden gelingen. Voraussetzung dafür ist aber die Liebe Gottes, mit der er alle Menschen liebt, und als Antwort darauf die Liebe des Menschen, mit der er Gott liebt „von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all seiner Kraft“ (5. Mose 6,5)

Jede wissenschaftliche Erkenntnis ist den Menschen von sich aus zugänglich; nur wenn es um die Erkenntnis von Gut und Böse, also um ethische Fragestellungen geht, darf der Mensch nicht selbst aus seinen eigenen Wünschen und Antrieben urteilen, sondern muss den Geboten Gottes folgen, damit nicht der Egoismus, sondern die Liebe Gottes den Grundton des Gemeinschaftslebens anstimmt. Denn die Früchte, die der Egoismus am Baum der Erkenntnis wachsen lässt, sind auch heute noch giftig und tödlich wie der Biss einer Schlange. Schon der nächste Abschnitt in der Bibel beschreibt den Brudermord Kains an Abel.

Ja, die Menschheit als Ganzes und jeder Mensch und jede menschliche Gemeinschaft brauchen heute wie damals eine neue Erkenntnis von Gut und Böse. Nur eine Erkenntnis von Gut und Böse, die in der Liebe Gottes begründet ist und – als Antwort darauf – in der Liebe der Menschen zu Gott und zu seinen Mitmenschen, nur eine solche Erkenntnis macht wirklich klug. Voraussetzung dafür ist aber, dass wir Menschen immer wieder diejenigen Zweige am Baum der Erkenntnis, die unser Egoismus dort wachsen lassen will, beschneiden und dass wir nur die Früchte der Erkenntnis von Gut und Böse, die Regeln, Ordnungen und Gebote für uns nehmen und genießen, die die Liebe Gottes für uns dort wachsen lässt.

3,6Da sah die Frau, dass gut war der Baum zur Speise und dass er Lust war für die Augen, und begehrenswert der Baum zum Klug-Werden und sie nahm von seiner Frucht und sie aß. Und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.

Die Frau ist in diesem Textabschnitt die Handelnde, während Adam merkwürdig passiv bleibt. Sie ist es, die den „Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen“ wahrnimmt. Sie ist es, die das Reden Gottes gehört und verstanden hat. Sie ist die Wache, Aufgeschlossene, Ansprechbare. (Aber merkt sie auch, dass Gott sie vor dem Missbrauch ihrer Erkenntnis warnen will?) Sie ist bereit für das Neue, noch nie Dagewesene, sie ergreift die Initiative für eine neue Menschlichkeit. Aber sie reagiert auch auf den listigen „Anspruch“ der „Schlange“.

Nach diesem Textabschnitt scheint es durchaus naheliegend, dass tatsächlich eine Frau, ja nicht irgendeine, sondern diese konkrete Frau Eva in der Landschaft „Eden“, im Gebiet zwischen Euphrat und Tigris, vor fast sechstausend Jahren, der erste Mensch war, in dem zum ersten Mal ein bis dahin nie geschauter Gottesfunke zündete, nämlich der Gedanke, es könnte so etwas wie „Gut“ und „Böse“ geben, etwas das nicht nur dem eigenen Vorteil dient, das eine ganz neue Werteordnung im Miteinander von Menschen beschreibt, die dem Leben und dem Menschsein eine ganz neue Qualität und Würde geben könnte.

Eva wäre dann die Erste gewesen, die zum ersten Mal bewusst und mit Überzeugung die gewachsene Genealogie der Werte in Frage stellte angesichts der unaufhörlichen Kette von Kampf und Krieg um Überlegenheit oder Unterwerfung, Herrschaft oder Sklaverei, um Land und Macht, Besitz und Beute; die zum ersten Male die bis dahin nie geschaute Vorstellung bewegte, es könnte sinnvoll und richtig sein, das Gute zu tun, auch wenn es vordergründig und kurzfristig für einen selbst nachteilig schiene; die erkannte, dass es in einer Gemeinschaft dem Einzelnen nur dann auf Dauer gut gehen kann, wenn jeder auch auf das Wohlergehen der anderen achtet, und dass es „uns“ und „unserer“ Gruppe auf Dauer nur gut gehen kann, wenn wir darauf achten, dass es auch „den andern“ gut geht; die erkannte, dass der Mensch nicht nur für sein eigenes Leben und Überleben verantwortlich ist, sondern auch für das Leben und den Frieden in der Gemeinschaft und zwischen den Gemeinschaften.

Diese Frau wäre dann zu den größten und bedeutendsten Genies der Menschheitsgeschichte zu rechnen, auch wenn sie dabei nur (wie ja andere Genies auch) einen Impuls Gottes aufgenommen hatte und auch dann, wenn sie dabei scheiterte, weil sie die Frucht der Erkenntnis „essen“ wollte, um selbst zu „sein wie Gott“. (Übrigens sind ja die weiblichen Nachkommen Evas, wenn es um die Wahrnehmung und Gestaltung von Beziehungen zwischen Menschen geht, auch heute noch die Wacheren und Aktiveren.)

Nun kann man sich natürlich darüber empören, was für ein Unsinn es sei, die alte biblische Erzählung mit tatsächlichen kulturgeschichtlichen Weichenstellungen in Verbindung zu bringen. Und erst recht sei es absurd, solche Vorgänge gar mit den Namen bestimmter biblischer Personen zu verknüpfen. Nun, meinetwegen soll es ein Mensch namens Lala-Leli aus Momo-Mumu gewesen sein, aber irgendwann muss irgendwo durch irgendwen dieses Ereignis stattgefunden haben: Ein Mensch erkennt zum ersten Mal, dass es für die Gemeinschaft, ja für das Zusammenleben der Menschen überhaupt entscheidend wichtig ist, zu wissen, was gut und böse ist, und dabei „Gut“ und „Böse“ nicht nur am eigenen (individuellen oder kollektiven) Vorteil festzumachen, und er versucht, diese Erkenntnis in das Miteinander seiner Gemeinschaft einzubringen. Irgendwann muss das geschehen sein, sonst gäbe ja eine solche Idee bis heute nicht. Aber, ehrlich gesagt, klingt "Lala Leli aus Momo Mumu" für mich nicht überzeugender als „Eva, die Frau des Adam in Eden“, immerhin eine jahrtausendealte Figur aus den tiefsten Schichten der Menschheitsüberlieferung.

Eva hatte das Reden Gottes wahrgenommen: Da sagte die Frau (...) von der Frucht des Baumes in der Mitte des Gartens sprach Gott: Nicht sollt ihr essen von ihm und nicht anrühren sollt ihr ihn ... Aber sie war gleichzeitig auch fasziniert von den in Jahrtausenden gewachsenen „Früchten“ am Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, die so „begehrenswert“ schienen „zum Klug-Werden“. Wie wird sie sich verhalten? Wird sie die neue, überwältigende, alles verändernde „Erkenntnis von Gut und Böse“ demütig und dankbar als Geschenk der Liebe Gottes annehmen? Wird sie, zusammen mit ihrem Mann, eine Gemeinschaft begründen, in der die Regeln des Zusammenlebens zur Verwirklichung der Liebe dienen, oder wird sie die herkömmliche, egoistisch motivierte und so verlockende Erkenntnis von Gut und Böse „essen“, um daraus ein System von Gesetzen und Ordnungen zu entwickeln, das den eigenen (individuellen oder kollektiven) Vorteil sichert und die eigene Position stützt? Wird sie die Erkenntnis von Gut und Böse „essen“, um die „Moral“, die sich für das Miteinander der Menschen daraus ableitet, für sich und die Ihren zum „Potenzmittel der Macht“ zu machen?

Eva war auch nach unseren heutigen Begriffen ein „moderner Mensch“. Sie hatte den Blick für die Zusammenhänge: Das Menschsein kann nur dann gelingen, wenn die Beziehungen zwischen Menschen und Gruppen von einem Wissen um Gut und Böse bestimmt wird, das dem Guten Raum gibt und das Böse zurückdrängt.

Das gilt heute wie damals. Der Mensch kann nicht menschenwürdig leben, wenn sich seine animalischen Instinkte (Kampf ums Dasein, Kampf um Vorherrschaft, um Revier und Beute) verbinden mit den immer raffinierteren und weiterreichenden Möglichkeiten menschlichen Denkens und Handelns. Dieselbe Intelligenz, die es dem Menschen möglich macht, zwischen gut und böse zu unterscheiden und sein Handeln ethisch zu begründen, die gibt ihm auch immer folgenreichere Fähigkeiten, sich gegenseitig zu bekämpfen, zu betrügen, zu berauben und zu töten. Die Entwicklung der Waffentechnik hat die Entwicklung von ethischen Normen, die ihren Einsatz verhindern könnten, weit hinter sich gelassen, und die gegenwärtige Menschheitsgeneration ist die erste, die mit der Tatsache leben muss, dass der Mensch fähig ist, alles Leben auf dieser Erde endgültig zu zerstören.

Der Mensch braucht einen ethischen Rahmen für sein Wollen und Handeln, er braucht die Erkenntnis von Gut und Böse. Allerdings: Erst seit die Menschheit das 20. Jahrhundert nach der Zeitenwende, fast 6000 Jahre nach Eden, durchlebt und durchlitten hat, weiß sie – erschrocken und desillusioniert -, wie sehr auch die Erkenntnis von Gut und Böse missbraucht werden kann, ja, dass eine verkehrte, gottferne Ideologie, die Böses „gut“ und Gutes „böse“ nennt, das Antlitz des Menschen nachhaltiger verwüsten kann als alles Böse zuvor.

Die Geschichte vom „Sündenfall“ ist keine „Versuchungsgeschichte“, wo Gott die Menschen mit einem unsinnigen Verbot auf die Probe stellt, sondern sie beschreibt eine entscheidende Wendemarke in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit, wo der Mensch vor der Herausforderung steht, „Gut und Böse“ im Licht der Liebe Gottes zu erkennen und entsprechend zu handeln und zu leben, und wo er angesichts dieser Herausforderung versagt. Allerdings: Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir an dieser Herausforderung heute noch genau so versagen wie Adam und Eva damals. Insofern ist es dann doch auch unsere Geschichte.

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Das Thema „Schöpfungsglaube und modernes Weltbild“ enthält derzeit folgende Beiträge: (Der eben verwendete Beitrag ist gelb markiert)

Im Anfang schuf Gott

Die Berufung des Menschseins

Der Baum der Erkenntnis

Das Menschsein als Liebesgemeinschaft

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Adam, wer bist du?

Schuld und Vergebung

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Leben und Tod

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Bodo Fiebig, Scheitern und Neuanfang, Version 2017 - 12

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