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Themenbereich: Grundfragen des Lebens

Thema : Die Frage nach dem Sinn

Beitrag 2: Die Sinn-Sucher (Bodo Fiebig 2017- 9)

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Die Entstehung des Universums und des Lebens (siehe Beitrag 1 „Im Anfang schuf Gott?“) wären allein für sich (und für uns) noch nicht Sinn-voll. Wir Menschen können Sinnzusammenhänge nur dann verstehen, wenn sie eine „Geschichte“ erzählen, die uns an unsere eigenen Erfahrungen erinnert: Ereignisse reihen sich aneinander, es vollziehen sich Veränderungen, Neues entsteht... Ein großer Teil unserer Erfahrungswelt besteht aus solchen Abläufen. Sinnvoll erscheinen uns solche Ereignisse und Veränderungen dann, wenn in all dem eine Richtung und ein Ziel erkennbar wird, und wenn das Neue, das entsteht, das Vorangegangene als notwendigen Vor-Lauf bestätigt und rechtfertigt. Wir versuchen in den Vorgängen und Abläufen Ursache-Wirkung-Zusammenhänge wahrzunehmen, Regeln und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Und so sind wir ständig auf der Suche nach solchen sinnstiftenden „Geschichten“. Und wo wir in dem, was wir erleben, die Zusammenhänge nicht durchschauen, fangen wir an, selbst Deutungs-Geschichten entwickeln, die uns das Unerklärliche sinnvoll machen sollen (siehe das Thema „Weltreligionen und biblischer Glaube“, Beitrag 1 „Was ist Religion?“).

Menschen sind notwendigerweise Sinn-Sucher. Die Fähigkeit, Einzelerfahrungen zu verknüpfen, Zusammenhänge zu erkennen und die eigene Weltwahrnehmung in einem „Weltbild“ und einem "Weltverständnis" zusammenfassend zu deuten, bringt zwingend die Notwendigkeit mit sich, nun auch die eigene Existenz in den Deutungszusammenhang eines als stimmig und positiv empfundenen Menschenbildes und Weltverständnisses zu bringen (siehe dazu auch das Thema: „Wer bin ich?“). Der Mensch ist von seiner geistigen Konstitution her gezwungen, sein eigenes Selbstbild und Selbstverständnis in ein umfassenderes Weltbild und Weltverständnis einzuordnen. Der Mensch, jeder Mensch, ob Nobelpreisträger oder geistig Behinderter, ist notwendigerweise und unausweichlich ein Sinn-Sucher, das heißt, er ist unheilbar religiös. Und er spürt, dass seine Suche nach Sinn nur Erfolg haben kann, wenn er sie in Geschichten und geschichtlichen Abläufen sucht, innerhalb derer seine Beziehungen zu seinen Mitmenschen und zugleich seine Beziehung zu einem Du, das nicht neben, sondern über ihm steht, als bedeutungsvoll und zielgerichtet erscheinen. Und so malt er sich aus: Himmel voller Götter, Berge und Bäume voller Dämonen, Sterne, die sein Schicksal bestimmen, kosmische Kräfte, eingefangen in Kristallkugeln, Steinen, Blüten, Handlinien, Karten ... oder endlose Folgen von Wiedergeburt und immerwährendes Mühen um Vervollkommnung bis zur endlichen Erlösung ...

Aber alle Sinn-Deutungen, die sich der Mensch selbst gibt, erreichen nicht das Ziel, ja nicht einmal die Zielrichtung, die dem Menschsein als Erfüllung seines Daseins vorgegeben sind. Dieses Ziel muss dem Menschen offenbart werden und die Weg-Führung dahin kann er nur als Gnade empfangen. Eine Strecke dieses Wegen soll im Folgenden erkennbar werden: „Die Erschaffung des Menschen“ und „Die Sinnfrage“.

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1 Die Erschaffung des Menschen

Die Ausbreitung des Lebens über die Erde hat in langen Zeiträumen eine Biosphäre entstehen lassen, die von Pol zu Pol reicht und von den Tiefen der Ozeane bis zu den Gipfeln der Berge, und in der die ganze Vielfalt des Lebens, vom Einzeller bis zu den höheren Pflanzen und Tieren, zueinander in Beziehung steht und voneinander abhängig ist.

In dieser belebten Welt hat der Wille des Schöpfers ein Wesen gebildet, das im Vergleich zu allen Tieren mit überragenden geistigen Möglichkeiten ausgestattet ist: den Menschen (siehe das Thema „Adam – wer bist du?“). Nicht durch irgendwelche körperlichen Vorzüge und Fähigkeiten hat sich das Säugetier Homo Sapiens über den ganzen Globus hinweg ausbreiten und durchsetzen können, sondern durch seine geistige Überlegenheit, mit der er das Feuer nutzbar machte, mit der er Werkzeuge schuf, die die Gestaltungsfähigkeit seiner Hände erweiterten, mit der er das Rad erfand, das seine Bewegungsmöglichkeiten vervielfältigte, mit der er Maschinen entwickelte, die seine Muskelkraft ins Übermenschliche steigerten, mit der er schließlich sogar „Denkaparate“ (Computer) baut, die selbst seine geistigen Fähigkeiten, seine Denk- und Gedächtnisleistungen, noch ins Unermessliche vervielfältigen können.

Aber nicht nur in der Gestaltung seiner materiellen Umwelt ist der Mensch auf Grund seiner geistigen Fähigkeiten allen anderen Lebewesen überlegen, sondern auch in der Gestaltung seiner sozialen Umwelt: von der Rudelordnung der ersten Menschen-Gruppen bis hin zur Ausformung differenzierter Sozialgebilde in modernen Formen von Staat und Gesellschaft.

Der Mensch ist biologisch mit den Säugetieren eng verwandt und trotzdem ist er eine echte Neuschöpfung inmitten der vorhandenen Biosphäre der Erde, nicht nur eine Weiterentwicklung der in den Tieren schon angelegten Möglichkeiten. Dabei ist auf den ersten Blick gar nicht erkennbar, worin denn das grundsätzlich Neue eigentlich besteht, denn dieses Neue liegt auf einer ganz anderen Ebene als alles, was die Entwicklung des Lebens bis dahin hervorgebracht hatte.

Das entscheidend Neue am Menschsein ist nicht einfach nur eine höhere Intelligenz, die wäre ja nur graduell höher, aber nicht etwas prinzipiell Neues. Das Neue liegt zunächst einmal in einer neuen Art von „kollektivem Informationspool”, der zu dem genetischen Informationspool der biologischen Art hinzukommt. In der Tierwelt sind die Eigenschaften und Fähigkeiten einer Tierart im Genpool dieser Art weitgehend festgelegt. Die Möglichkeiten zum Erwerb individueller Erfahrungen und zur Entwicklung individueller Problembewältigungsstrategien, die über das genetisch festgelegte Instinktverhalten hinausgehen, sind vergleichsweise gering (obwohl manche Tiere z. B. den Gebrauch von Werkzeugen erlernen können). Noch geringer sind die Möglichkeiten, erworbene individuelle Erfahrungen und Fähigkeiten mitzuteilen und erst recht sie so zu „konservieren“, dass sie anderen Individuen der eigenen Art (und auch späteren Generationen) zugänglich und nutzbar gemacht werden könnten. Die Ansätze zur Entwicklung einer „Sprache“ bei Tieren beinhalten im allgemeinen nur den Ausdruck einer appellativen Mitteilung (Lockruf, Warnung, Aufforderung ...).

Der Mensch dagegen hat mit der Sprache ein Kommunikationssystem entwickelt, das die Möglichkeit bietet, eigene Erfahrungen, Problemlösungen und Ideen zu benennen, sie zu bewerten und zu verknüpfen und sie als gedeutete, von den realen Dingen schon weitgehend abstrahierte „innere Wirklichkeit“ anderen mitzuteilen, sie im Austausch abzugleichen und dadurch auf allgemein gültige Stimmigkeit hin zu überprüfen. Mit der Entwicklung und schriftlicher Fixierung von Sprache hat er die Möglichkeit geschaffen, gedankliche Inhalte (Informationen, Interpretationen, Appelle …) zu vervielfältigen, über weite Strecken zu transportieren und für spätere Generationen aufzubewahren.

Indem der Mensch die Dinge und ihre Eigenschaften und Beziehungen benennt, ordnet er sie ein in sein Vorstellungs- und Denksystem. Es entsteht in ihm ein subjektives Bild von der Welt um ihn. Aber erst wenn nun mehrere Menschen über ihr subjektives Weltbild miteinander kommunizieren, indem sie Erfahrungen austauschen und ihre subjektive Interpretation ähnlicher Erfahrungen miteinander vergleichen, entsteht ein Weltbild von zunehmend über-subjektiver Objektivität. Zumindest bekommt dieses „Weltbild“ eine allgemeine Stimmigkeit innerhalb einer begrenzten Gruppe von Menschen, die in intensivem Erfahrungsaustausch miteinander stehen. Es entsteht eine „Kultur“ (oder Subkultur) mit eigener „Weltanschauung“, die für die Angehörigen einer bestimmten Gruppe von Menschen überzeugend und stimmig ist.

Durch die Entwicklung von Verkehrs- und Kommunikationsmitteln, mit denen Menschen und Informationen Länder und Kontinente überqueren, entsteht nach und nach eine „Weltkultur“ mit einem globalen Weltbild. Der Aufbau weltweiter elektronischer Kommunikationssysteme und die zunehmende Nutzung des Internet beschleunigen diesen Vorgang.

Dazu kommt, dass die Kommunikationsmöglichkeiten des Menschen nicht nur „horizontal“ auf die Breite der gegenwärtigen Menschheitsfamilie ausgerichtet sind, sondern sie reichen auch „vertikal“ in die Tiefen der Geschichte. Der Mensch kann mit Hilfe „konservierter“ (z. B. geschriebener) Sprache sogar mit anderen Menschen geistig in Kontakt treten, die schon längst nicht mehr am Leben sind und auf diese Weise Erfahrungen und Ideen von Angehörigen früherer Generation für sich nutzbar machen.

Die Menschheit hat im Laufe von Jahrtausenden neben ihrem biologischen Genpool einen riesigen geistigen Erfahrungs- und Wissens-Pool, neben dem genetischen Erbe eine riesige kulturelle "Erbmasse" aufgebaut, die das allermeiste ihrer geistigen Leistungen überhaupt erst möglich macht. Auch die moderne Computertechnologie wäre nicht möglich ohne die ganze Geistesgeschichte des Menschseins, die bis zu den Denkweisen und Communikationsformen frühester Menschengruppen reicht und zu deren Versuchen, ihre Umwelt zu verstehen und zu gestalten. Gemeint ist dabei nicht eine ungeheure Anhäufung unverbundener Wissensinhalte, sondern ein in vielen Facetten schillerndes, in allen Sprachen der Welt klingendes „Gesamtkunstwerk“ menschlichen Geistes, in welchem sich alltägliches Erleben und Verstehen mit künstlerischem Ausdruck, philosophischer Gedanken-Architektur, wissenschaftlichem Erforschen und Beschreiben, emotionaler Zu- und Abwendung, religiöser Sehnsucht und Deutung ... von Milliarden verschiedener Individuen in den Jahrtausenden ihrer Geschichte durch vielfältige Kommunikation und gegenseitige Beeinflussung zu einem weltumspannenden Ganzen verbinden, das sich ständig verändert und erneuert, als wäre es ein lebendiges Wesen. (Das „Internet“ kann dabei verstanden werden als ein verkleinertes, auf Inhalte, die auf elektronischem Wege kommunizierbar sind, eingeengtes und reduziertes Abbild dieses geistigen „Gesamt­kunst­werks“.) Es entsteht, verdichtet und verknüpft sich eine die Erde umfassende Weltsphäre des Geistes, die an die Biosphäre der Erde gebunden ist und an das wortmächtige und sprachhandelnde Wesen „Mensch“.

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2 Die Sinnfrage

Nein, wir stehen zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht am Abgrund angesichts der Frage nach dem Sinn unseres Daseins, sondern eher in einem übel riechenden Morast. Aus der großen Geste der Verneinung (Schopenhauer, Nietzsche ...), die im 19. Jahrhundert existenzielles Erschrecken und intellektuelle Begeisterung zugleich hervorrief, ist im 21. Jahrhundert eine müde wegwerfende Bewegung geworden, die ihren Überdruss in bemüht witzigen Pointen portioniert und quotenträchtig vermarktet. Die modernen Nachfolger der großen pessimistischen Philosophen sind die Spaßmacher von heute, die mit wortwitziger Niedertracht (Niedertracht hier ganz wörtlich gemeint als etwas, das immer nach dem Niedrigsten trachtet) sich über alles und jeden lustig machen, alles und jeden in den Dreck ziehen, denen menschliches Erleben und Erleiden, Wollen und Mühen höchstens eine hämisch-abfällige Bemerkung wert sind und denen selbst das Großartigste und Heiligste gerade noch für einen Beifall heischenden Witz taugt.

Wie will man in einem solchen geistigen Milieu die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz sinnvoll stellen? Ich meine, dass dies gar nicht so aussichtslos ist, wie es auf dem ersten Blick scheint, denn das, was da an Komik und Satire über unsere Bildschirme flimmert (Komik und Satire waren einmal zu Zeiten, als es gefährlich war, den Mächtigen unangenehme Wahrheiten direkt zu sagen, eine hohe Kunstform, ein mutiges Mittel, solche Wahrheiten in einer gekonnt verfremdeten Verpackung öffentlich zu darzubieten), ist ja meist nicht das, was es sein will und sein sollte, nämlich eine scharf überzeichnete Karikatur unserer gesellschaftlichen und historischen Wirklichkeit, sondern nur ein ins Lächerliche gezogenes Zerrbild nach den Vorgaben einer geschäftstüchtigen Unterhaltungsindustrie.

Doch, es lohnt sich, die Frage nach dem Sinn unseres Daseins zu stellen und die Suche nach einer gültigen Antwort nicht aufzugeben!

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das nach einer Sinndeutung seines Lebens fragen muss. Für kein Tier, auch nicht für den intelligentesten Affen, hat die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens eine Bedeutung. Der Mensch aber kann nicht leben, wenn er nicht eine wenigstens in Ansätzen positive Antwort darauf hat. Wenn ein Mensch, jung, gesund und schön, dazu reich und mit allem materiellen Wohlstand ausgestattet, sich sagen müsste: „Mein Leben ist gänzlich sinnlos, es gibt niemanden, dem ich etwas bedeute, mein Reden und Handeln wird von niemandem wahrgenommen und mein Bemühen kann nichts bewirken, ob ich lebe oder nicht, hat für niemanden eine Bedeutung“, so wird dieser Mensch auf Dauer nicht weiterleben können und auch nicht wollen.

Das Streben nach einer Sinndeutung des Lebens, die sich einem bloß materialistischen Nützlichkeitsdenken entgegenstellt, ist so tief im Wesenskern des Menschen verankert, dass es immer nur vorübergehend von anderen Motiven überdeckt werden kann. Wenn nun diese Sinnorientierung des Menschen keine anderen Inhalte hätte als die Selbsterhaltung des Individuums und die Erhöhung der eigenen Lebenschancen, die Erhaltung der Sippe und Art und die Ansammlung von "Lebens-Mitteln" (also von Dingen, die das eigene Leben angenehmer, reicher, sicherer machen sollen), dann würde sie nur als Verstärker der biologischen Selbstregulierungsmechanismen funktionieren. Der Mensch wäre dann nichts anderes als das intelligenteste Tier, das sich durch seine Intelligenz entscheidende Vorteile im „Kampf ums Dasein“ sichern kann. Damit wäre aber die wesentliche Herausforderung des Menschseins verfehlt.

Wenn wir das Menschsein auf der Suche nach Sinn etwas genauer betrachten, machen wir eine überraschende Entdeckung: Jede Sinnerfüllung menschlichen Lebens ist auf Beziehung hin ausgerichtet. Sie ist niemals bloß im Materiellen und niemals bloß in der Beschäftigung mit sich selbst zu erreichen. „Wem bedeute ich etwas, welche Bedeutung hat mein Leben für das Wohl und Wehe der Menschen um mich her, und wie ordnet sich mein Leben und Tun dem Weg und dem Ziel des Menschseins zu?“ Das sind die Fragen, um die es da geht.

Die großen Religionen, Philosophien und Ideologien der Menschheitsgeschichte sind Versuche, die eigene Existenz und das eigene Wollen in den Gesamtzusammenhang einer umfassenden Schau der Welt einzupassen, die dem eigenen Sein und Tun einen übergeordneten Sinn und Wert verleiht (siehe das Thema „Weltreligionen und biblischer Glaube“). Und immer ist dieser Sinn im Letzten das für die Menschen und die Menschheit Gute, ja das letztlich Helfende, das endgültig Erlösende.

Das gilt sogar auch für jene Weltanschauungen, die auf furchtbare Weise gescheitert sind, wie etwa der Nationalismus in Deutschland oder der Kommunismus der Sowjetunion oder Chinas im 20. Jahrhundert. Auch die hatten (jenseits aller Gier nach Selbstüberhöhung und Macht) nicht vor, einfach nur eine schreckliche und menschenverachtende Diktatur zu schaffen. Die einen wollten das „Edle, Gute und Schöne“ durch die rassische Veredelung der Menschen erreichen und so die Menschheit zum wahren Glück führen (und dazu mussten eben, um das „gute“ Ziel zu erreichen, die „Bösen“ und „Minderwertigen“ ausgerottet werden), die anderen wollten in der „klassenlosen Gesellschaft“ alle Ausbeutung von Menschen durch Menschen beenden und eine Art selbstgestaltetes Paradies errichten (und dazu mussten eben die „Feinde des Guten“, die „Ausbeuter“ und „Kapitalisten“ „umerzogen“ und „unschädlich gemacht“ werden). Durch beide Utopien mussten Millionen von Menschen unvorstellbare Erniedrigung, Verfolgung, Gewalt und Grausamkeit bis hin zum Tod erleiden. Die Sinnfrage kann den Menschen auch in die tiefsten Abgründe menschlicher Verirrung führen.

Der Mensch ist deshalb so furchtbar ideologieanfällig, weil er von seinem Schöpfer so angelegt ist, dass er nach dem Sinn seines Lebens fragen muss. Die Sinn-Frage entreißt sein „Warum?“ der bloßen Kausalität und sein „Wozu?“ der bloßen Nützlichkeit. Er braucht und sucht eine Schau und Deutung des Daseins, die es ihm erlaubt, das eigene Leben in einen sinnvollen Gesamtzusammenhang seiner ganzen Umwelterfahrungen einzuordnen. Er verlangt nach einem sinnhaften Selbst- und Weltbewusstsein, das seine Erfahrungen erklärt und das Unerklärbare deutet, das seine Ängste mitträgt und das ihm zuspricht: „Du bist wichtig und wertvoll, gebraucht und geliebt ... trotz allem, was augenscheinlich dagegen sprechen mag.“

Allerdings: Wenn Menschen solche sinn-erzeugenden „Geschichten“ und „Geschichts-Deutungen“ selbst erfinden, sind sie immer in der Gefahr, in der „Egoismus-Falle“ stecken zu bleiben. Es ist ja auch nur allzu naheliegend, eine Ideologie zu entwickeln, in der wir die edle „Herrenrasse“ sind, der von Natur aus die Weltherrschaft zusteht, oder wir die Angehörigen derjenigen „Klasse“ sind, die mit historischer Notwendigkeit den Sieg im „Klassenkampf“ erringen und die Weltherrschaft übernehmen wird (siehe das Thema „Die Revolution und ihre Kinder“). Das Spiel mit den kollektiven Egoismen der Völker, der Rassen und Klassen, der Kulturen und Religionen ("Wir sind es, die allen anderen überlegen sind, und deshalb müssen wir über die anderen herrschen") ist schon immer und bis heute der erfolgreichste Weg zur Macht.

Die Suche des Menschen nach dem Sinn seines Dasein kann nur dann erfolgreich und menschenfreundlich zugleich sein und bleiben, wenn er die „Sinn-Geschichte“ der Schöpfung und des Menschseins eben nicht selbst entwirft, sondern sie vom Schöpfer des Universums, des Lebens und des Menschseins als Geschenk und Verheißung empfängt (siehe den Beitrag 3 „Die Berufung des Menschseins“).

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Das Thema „Die Frage nach dem Sinn“ enthält derzeit folgende Beiträge: (Der eben verwendete Beitrag ist gelb markiert)

Im Anfang schuf Gott?

Die Sinn-Sucher

Die Berufung des Menschseins

Die „progressive Weltformel“

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Weiterführende Beiträge aus anderen Themengruppen

Wer bin ich?

sein und sollen

Dein Reich komme

Weltreligionen und biblischer Glaube

Schöpfungsglaube und modernes Weltbild

AhaBaH - das Höchste ist lieben

Die Ethik des Atheismus

 

© 2010 Bodo Fiebig, Die Sinn-Sucher, Version 2017-10

Herausgegeben im Selbstverlag, alle Rechte sind beim Verfasser.

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