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Bereich: Jesus

Thema: Jesus – der Weg

Beitrag 5: Das nahe gekommene Himmelreich,  Version 2020-2

Von der Kindheit und Jugendzeit Jesu wissen wir fast nichts. Nur Lukas überliefert die Begebenheit, wo Jesus bei einer Wallfahrt zum Passa-Fest mit seinen Eltern in Jerusalem ist. Erst als Erwachsener mit mehr als 30 Jahren tritt er wieder auf, jetzt mit einer Botschaft, die Aufsehen erregt. Diese Botschaft Jesu hat ein zentrales Thema: Dieses wird am Anfang der Evangelien (bei den „Synoptikern“ Mt, Mk und Lk) nach der einleitenden Vorgeschichte genau angegeben: Mt 4,7: Von da an begann Jesus zu verkündigen: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe! Mk 1,14+15: Er verkündigte das Evangelium Gottes und sprach: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Lk 4,43: Er sagte zu ihnen: „Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkündigen, denn dazu bin ich gesandt worden.

Das „Reich Gottes“ (oder „Himmelreich“ - die beiden Begriffe sind in ihrer Bedeutung gleich, die Juden zur Zeit Jesu haben nur aus Scheu, den Namen Gottes zu gebrauchen, diese Umschreibung verwendet) steht im Zentrum der Botschaft Jesu. Im Neuen Testament bezeichnet allerdings der Begriff „Reich“ nicht (wie wir es sonst gewöhnt sind) ein Land, ein Staatsgebiet (etwa wie bei „Deutsches Reich“ oder „Frankreich“), sondern ein Herrschaftsverhältnis. „Gottkönigtum“ oder „Königsherrschaft Gottes“ wären genauere und sinngetreue Übersetzungen dessen, was in den meisten deutschsprachigen Übersetzungen „Reich Gottes“ oder „Himmelreich“ heißt. Sie bezeichnen ein Gemeinwesen, indem die Herrschaft Gottes praktisch zum Vollzug kommt, dadurch, dass Menschen Gott als ihren Herrn anerkennen und bekennen (indem sie seinen Namen „heiligen“) und sich freiwillig, aber entschieden seinen Ordnungen unterordnen (sodass durch sie sein Wille geschieht). Im Folgenden werden „Reich Gottes“, „Himmelreich“ und „Königsherrschaft Gottes“ als gleichbedeutende Begriffe verwendet. Es geht um das Herr-Sein Gottes; davon redet Jesus. Und er gerät dabei im Konflikt mit allen, die zu seiner Zeit selbst „Herr” sein wollen (siehe das Thema „Dein Reich komme”).

Die oben angeführten Angaben der Evangelien über den Inhalt der Rede Jesu bezeichnen nicht ein Randthema, über das Jesus neben vielem anderen auch gesprochen hätte, sondern sie sind als eine Art Überschrift über seine ganze Lehre zu werten. Tatsächlich gibt es kaum Aussagen Jesu, die nicht irgendwie zu diesem Thema gehören. Auch da, wo es mehr um das Verhältnis Jesu zum Vater und um das Verhältnis seiner Jünger zu ihm geht (z. B. im Johannesevangelium, wo der Begriff „Reich Gottes“ nur an wenigen Stellen vorkommt), steht doch dieses „Reich“ im Mittelpunkt der Botschaft, und zwar deshalb, weil Jesus selbst als Erstling der Reich-Gottes-Gemeinschaft redet und handelt.

Gott hat ihm für diese Weltzeit die Herrschaftsrechte über sein Reich übertragen, des-halb ist mit ihm auch das Königtum Gottes gegenwärtig. Mt 28,18: „Mir ist gegeben alle Gewalt (gemeint ist: Macht, Autorität) im Himmel und auf Erden.“ Gott übt seine Königsherrschaft in dieser Weltzeit durch seinen „Gesalbten“ (Messias), den „Gottesknecht“ und „Menschensohn“, aus. Die Botschaft Jesu ist von seiner Person nicht zu trennen. Auch die Wunder Jesu sind nichts anderes, als eine besonders nachdrückliche und sinnfällige Bestätigung seiner Lehre vom nahe gekommenen Himmelreich. Sie zeigen, dass mit Jesu Kommen die Wirklichkeit des Himmels, wo es kein Leid, keine Krankheit und keinen Tod gibt, inmitten des Elends der Welt Realität werden kann - eine Realität, die zwar nur zeichenhaft und vorläufig in Erscheinung tritt, aber doch sichtbar und erfahrbar wird.

So bildet das ganze Reden und Handeln Jesu eine Einheit, deren Mitte und Kern die Botschaft vom Reich Gottes ist. Auch nach seinem Tode am Kreuz und nach seiner Auferstehung redet der verklärte Christus von nichts Anderem: Apg 1,3: Vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen. Das Reich Gottes ist auch der Inhalt der Botschaft der Jünger und Apostel (Lk 9,2 bei der Aussendung der 12 Jünger): Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkündigen und zu heilen. (Die Heilungs-Wunder sind auch hier Bestätigung der Botschaft.) Lk 10. 8+9 (Bei der Aussendung der 70 Jünger): „Wo ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, da esst, was euch vorgesetzt wird, heilt die Kranken und sagt: Das Reich Gottes ist euch genaht.“ Von der Verkündigung des Gottesreiches werden sogar die Dauer dieser Weltzeit und der Ablauf der Weltgeschichte abhängig gemacht: Mt 24,14: „Dieses Evangelium von Reich wird auf der ganzen Erde verkündet werden, damit alle Völker es hören; dann erst kommt das Ende.“ Das bedeutet: Der Fortgang der Verkündigung seines Reiches ist für Gott der Zeitmaßstab für den Ablauf der Welt- und Heilsgeschichte.

Wir sehen: Hauptinhalt und entscheidende Zielrichtung der Rede Jesu ist die Botschaft vom „Reich“, von der Königsherrschaft Gottes. Durch sie soll die uralte Sehnsucht des Menschen nach Liebe und Geborgenheit, Fülle und Freude, Gerechtigkeit und Frieden erfüllt werden. Aber müsste dann die Geschichte der Menschheit nicht anders aussehen? Die Reaktionen der Menschen seiner Zeit waren gespalten.

Trotzdem: Die Predigt Jesu vom nahe gekommenen Königreich Gottes faszinierte und erregte seine Zuhörer, denn es traf sie direkt im Zentrum ihrer gegenwärtigen Not und Hoffnung. Würde nun bald das Reich Gottes anbrechen und der Gewaltherrschaft der gegenwärtigen Machthaber ein Ende machen? Aber gleichzeitig stießen sich viele an der Person des Predigers: „Woher hat er das? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche mächtigen Taten, die durch seine Hände geschehen?” (Mk 6,2). „Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?* Heißt nicht seine Mutter Maria, und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles?” (Mt 13, 55+56).

Im ThemaDein Reich komme“ wird die Botschaft Jesu vom nahe gekommenen Gottesreich weiter entfaltet, so dass sie hier nicht eingehender behandelt werden muss. Beides, die Person Jesu und seine Botschaft gehört untrennbar zusammen. Erst miteinander ergeben sie die „Gute Botschaft“, das Evangelium.

* Siehe den folgenden gleichnamigen Beitrag

Jetzt allerdings ist diese Botschaft vom „Reich“ noch umstritten (damals wie heute). Und damals wie heute entzündet sich der Streit um diese Botschaft an ihrem Verkündiger: Wer ist dieser Jesus, der von sich als „Menschensohn“ redet, der von seinen Anhängern „Sohn Davids“ genannt wird und der manchmal von sich redet, als wäre er der Sohn Gottes. „Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?“

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Weiterlesen im folgenden Beitrag: „Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?

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Bodo Fiebig Das nahegekommene Himmelreich“, Version 2020-2

© 2007, herausgegeben im Selbstverlag, alle Rechte sind beim Verfasser.

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