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Themenbereich: Jesus - die Botschaft

Thema: Dein Reich komme

Beitrag : Das Volk des Gottesreiches (Bodo Fiebig 2018-1)

Am Anfang der „Bergpredigt“ (Matthäus, Kapitel 5 – 7), der umfangreichsten und wichtigsten Zusammenfassung der Predigt Jesu im Neuen Testament, stehen die sogenannten „Seligpreisungen“. Sie sprechen jeweils bestimmte Gruppen von Menschen an (die Armen, die Leidenden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die Barmherzigen, die reinen Herzens sind, die Friedfertigen, die Verfolgten) die aber zugleich trotz ihres (in den Augen der Welt) geringen Standes „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“ sind. Die Seligpreisungen können im Gesamtzusammenhang der Bergpredigt als Beschreibung des „Volkes der Gottesreiches“ verstanden werden. Sie antworten auf die Frage: „Wer sind denn eigentlich die, denen das "Himmelreich" nahe gekommen ist. Wer gehört denn eigentlich dazu? Wer kann als Bürger dieses Reiches angesehen werden?“

Mt 4,17: Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sagen: Wendet eure Gesinnung, denn das "Himmelreich" (oder: die Königsherrschaft Gottes) ist nahe gekommen.

Dieser Satz ist eine überschriftartige Zusammenfassung der ganzen Predigt Jesu. Darum, um die Veränderung und Erneuerung der Gesinnung und des Lebens durch die Botschaft vom nahegekommenen Gottesreich, geht es in seiner ganzen Verkündigung. Alles Folgende, besonders auch die unmittelbar folgende „Bergpredigt“ muss im Lichte dieser Zentral-Aussage gelesen werden.

Im Folgenden wird der Text der „Seligpreisungen“ in einer eigenen, möglichst wörtlichen Übersetzung (halbfett-kursiv gedruckt) wiedergegeben. Wenn man diese fett gedruckten Textteile hintereinander liest, erhält man eine wortgetreue Übersetzung des Urtextes. Die dünn gedruckten Textteile sind eingefügt, um den Zusammenhang mit der Reich-Gottes-Botschaft Jesu deutlich zu machen. Die dünn und fett gedruckten Texte ergeben zusammengelesen eine erklärende Textform. Der Zentralbegriff der Verkündigung Jesu, das „Reich Gottes“ oder „Himmelreich“ (bei Matthäus; die judenchristlichen Anhänhger Jesu, für die er sein Evangelium schreibt, scheuten sich, Gott direkt zu nennen, und deshalb wählte Mt diese Umschreibung.) wird hier mit verschiedenen Begriffen umschrieben, da ein einzelnes Wort allein nicht die Bedeutungsweite des Gemeinten beschreiben kann.

Jeder Seligpreisung wird dann noch ein Vers aus dem Alten Testament hinzugefügt, welcher zeigen soll, dass auch dort schon das gleiche Anliegen vertreten wird und Jesus hier mit seinen Segenszusprüchen ganz in der Tradition des Judentums bleibt.

Zunächst gibt es dabei aber noch eine ungeklärte Frage. Wie ist eigentlich das Wort gemeint, dass allgemein mit „selig” übersetzt wird? Im griechischen Neuen Testament steht an dieser Stelle das Wort „makarios” (glücklich, zufrieden). Nun hat aber Jesus gewiss nicht griechisch gesprochen, als er auf dem „Berg der Seligpreisungen” das „Volk” und seine „Jünger” lehrte. Im Allgemeinen nimmt man an, dass er da das hebräische Wort „ascher” mit etwa der gleichen Bedeutung verwendet hat. Ich halte es aber für viel wahrscheinlicher, dass Jesus eine andere und im Judentum viel gebräuchlichere Redewendung verwendet hat, nämlich den Segenszuspruch, wie er im AT an ganz vielen Stellen verwendet wird, z. B: 5. Mose 28,3+6 Gesegnet wirst du sein in der Stadt, gesegnet wirst du sein auf dem Acker. (…) Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang (und nun folgen an dieser Stelle umfangreiche Ausführen, was dieser Segen konkret bedeutet).

An solchen Stellen wird immer das hebräische Wort „baruch” (gesegnet) verwendet, genauer die Wendung „baruch atta” (gesegnet - oder: (ein) Gesegneter (bist) du) oder „baruchim attem” (wörtlich: Gesegnete (seid) ihr). In den Samuel-Büchern kommt häufig die Wendung vor „(Ein) Gesegneter (bist) du von JHWH”. Von Gott Gesegnete nennt Jesus Menschen, die so leben, wie er es in seinen Segenszusprüchen beschreibt. So sieht die Erneuerung der Gesinnung in der Lebensgemeinschaft der Jesusjüngerschaft aus. Und aus ihr folgt fast „automatisch“ eine Erneuerung des Lebens und Handelns.

Im Hebräischen findet das Wort „baruch” eine doppelte Verwendung: Einmal in Bezug auf Gott (gesegnet seist du Gott …) mit der Bedeutung von Lobpreis und Anbetung und zum andern mit dem Bezug auf Menschen (gesegnet bist du …) mit der Bedeutung, dass ein Mensch Gutes erfährt von Gott. Solche Segenszusprüche sind im Judentum auch heute noch bei vielen Gelegenheiten gebräuchlich und ich gehe davon aus, dass Jesus sie auch bei seinen „Seligpreisungen” verwendet hat. Die späteren Übersetzer ins Griechische verwendeten an solchen Stellen das Wort „makarios”, weil es dem Gemeinten am nächsten kommt, obwohl es dem ursprünglichen Sinn nicht ganz entspricht. Die „Seligpreisungen” waren also wahrscheinlich Segenszusprüche mit der Bedeutung „(von Gott) Gesegnete (seid) ihr, die ...” Hier wird allerdings im Folgenden der griechische Text wortgetreu mit „... Gesegnete sind sie, die ...” wiedergegeben, obwohl für das gesprochene Hebräisch (das Jesus verwendet hat, siehe das Thema "Evangelien und Urgemeinde") die direkte Anrede „Gesegnete seid ihr, die ...” wahrscheinlicher ist.

 Die Seligpreisungen (Mt 5, 3-16)

Mt 5,3: Von Gott Gesegnete sind sie , die Armen, die im Hören auf den Geist Gottes und um des nahenden Gottesreiches willen jetzt an Gütern, Macht und geistlichem Ansehen arm sind, denn ihnen gehört schon jetzt das Königreich der Himmel.

Psalm 9,19: Denn er wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein.

Von Gott Gesegnete nennt Jesus jene, die arm sind und dennoch unerschütterlich daran festhalten, dass Gott Herr ist und ein Freund und Helfer der Armen. Gesegnete nennt er jene, die um des Reiches Gottes willen freiwillig auf irdische Reichtümer und Machtpositionen verzichten und die ihre materiellen Sicherheiten eintauschen gegen das tägliche Wagnis des Vertrauens. Gesegnete nennt er jene, die sich auch nicht auf geistliche Besitztümer, Verdienste, Leistungen, Ämter und Titel verlassen, sondern sich dessen bewusst bleiben, dass auch sie ganz auf die vergebende Gnade Gottes angewiesen sind. Sie sind Bürger des Gottesreiches in dieser und der zukünftigen Welt.

Mt 5,4: Von Gott Gesegnete sind sie, die jetzt angesichts aller (eigenen und fremden) Not, angesichts alles Leiden und Sterbens auf dieser Erde noch Trauernden, denn sie werden vom Kommen des nahen Gott-Königtums und der damit beginnenden Heilszeit getröstet werden.

Hiob 19,25-26: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Fleisch dahingeschwunden, so werde ich doch Gott sehen.

Von Gott Gesegnete nennt Jesus jene, denen Leid zugefügt wird, weil sie die Schwächeren sind; denn Gott ist auf der Seite der Schwachen. Gesegnete nennt er jene, die durch ihr Leiden nicht verbittert werden, so dass es sie nicht von Gott trennt, sondern um so näher zu Gott führt. Von Gott Gesegnete sind jene, die ihr Leid annehmen, und dadurch ihm, Jesus, dem leidenden Gottesknecht, ähnlicher werden. Sie sollen hier und in der zukünftigen Welt getröstet werden durch die Herrlichkeit und Freude im Reich Gottes.

Mt 5,5: Von Gott Gesegnete sind sie, die Sanftmütigen, die nicht meinen, sich und ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen zu müssen, denn sie werden das irdische Land des himmlischen Königreichs zugeteilt bekommen.

Sach 9,9-10: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

Von Gott Gesegnete nennt Jesus jene, die nicht zur Gewalt greifen, um als Sieger vom Platz zu gehen. Gesegnete nennt er jene, die eher bereit sind Unrecht zu leiden als Unrecht zu tun, weil sie wissen, dass Gott selbst für sie eintritt. Von Gott gesegnet nennt er die, die sich mühen, das Böse mit Gutem zu überwinden, auch wenn sie dabei selbst unter die Räder kommen. Ihnen sagt Jesus zu, dass Gott ihr Rufen hört, und dass sie Anteil haben an seiner Königsherrschaft, weil er selbst im Verborgenen den Gang der Dinge auf dieser Erde so lenkt, wie es der Ernsthaftigkeit ihres Gebets und dem Maß ihres Glaubens entspricht.

Mt 5,6: Von Gott Gesegnete sind sie, die Hungernden und Dürstenden, die sich nach der Gerechtigkeit der Gottesherrschaft Sehnenden, sie werden durch das baldige Kommen des Reiches Gottes gesättigt werden.

Psalm 103,6: Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden.

Von Gott Gesegnete sind in den Augen Jesu jene, die unter den Ungerechtigkeiten dieser Welt leiden, auch wenn sie die Not nicht selbst trifft. Gesegnete, wenn sie nicht auf ihre eigene Rechtschaffenheit vertrauen, sondern auf Gott, der Schuld vergibt und Sünder gerecht macht. Gesegnete nennt er jene, die ein wenig von der Gerechtigkeit des Gottesreiches in diese Welt hineintragen, auch wenn sie dabei nach menschlichen Maßstäben zu kurz kommen. Jesus versichert ihnen, dass ihr Hunger nach Gerechtigkeit in dieser und der zukünftigen Welt gestillt werden wird und dass sie Anteil bekommen an der unbegrenzten Fülle und Freude im Reich Gottes.

Mt 5,7: Von Gott Gesegnete sind sie, die Barmherzigen, die sich denen zuwenden, die schwach, krank, hilfsbedürftig und in Not sind, denn sie werden, schon jetzt und erst recht im nahekommenden Gottesreich von Gott selbst eben solche Barmherzigkeit erfahren.

Psalm 103, 8-13: Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.

Von Gott Gesegnete nennt Jesus jene, deren Herz sich derer erbarmt, die unter irgend einer Last leiden. Gesegnete nennt er jene, die herzliches Erbarmen ergreift angesichts all des Unglücks in dieser Welt. Von Gott Gesegnete sind jene, bei denen das Erbarmen des Herzens zur barmherzigen Tat ihrer Hände wird. Ihnen sagt Jesus zu, dass ihr Platz nahe ist bei der Quelle des Erbarmens, nahe bei Gott selbst, wo sie das Erbarmen seines Herzens erleben.

Mt 5,8: Von Gott Gesegnete sind sie, die reinen Herzens sind; denn sie sind die Volksgenossen und Nutznießer des kommenden messianischen Reiches und werden als solche Gott selbst in seiner Herrlichkeit schauen.

Psalm 24, 3+4: Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Wer unschuldige Hände hat und reines Herzens ist.

Von Gott Gesegnete nennt Jesus jene, deren Herz frei ist von ungutem Egoismus, so dass nicht jeder Blick getrübt ist von heimlicher Begierde, nicht jeder Gedanke beschmutzt ist von verborgener Eitelkeit und nicht jede Tat verdorben von verstecktem Eigennutz. Gesegnete nennt er jene, deren Herz frei wurde von der Verdüsterung durch böse Erfahrungen, frei von der Verirrung durch falsche Überzeugungen, frei von der Beschmutzung durch unvergebene Schuld. Gesegnet sind jene, deren Herz von Gott gereinigt, licht und klar und empfänglich wird für die Wirklichkeit, Nähe und Schönheit des Reiches Gottes in ihrem Leben. Ihnen werden die Augen des Herzens aufgehen, so dass sie schon jetzt trotz aller Beschränktheit, in der zukünftigen Welt aber in voller Klarheit, die Herrlichkeit Gottes schauen.

Mt 5,9: Von Gott Gesegnete sind sie, die Friedenstifter, die den umfassenden Schalom der kommenden Herrschaft des „Friedefürsten” schon in ihren gegenwärtigen Beziehungen vorzuleben und auszubreiten versuchen, denn sie werden Gottessöhne und -töchter genannt werden.

Psalm 34,15+16: Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach! Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.

Von Gott Gesegnete nennt Jesus jene, die bereit und bemüht sind, mit allen Menschen in Frieden zu leben, soweit ihnen das nur möglich ist. Gesegnete nennt er jene, die daran gehen, Frieden zu stiften zwischen den verfeindeten Parteien, auch auf die Gefahr hin, dass sie dabei selbst zwischen die Fronten geraten. Gesegnete nennt er jene, die bereit sind, mit beiden Ohren zu hören und die geheime Wahrheit zu verstehen, die in beiden gegensätzlichen Standpunkten lebt, die willens sind, mit beiden Augen zu schauen und die Fehler und Schwächen zu erkennen, die in beiden feindlichen Parteien Unheil brüten, die fähig sind, sich selbst loszulassen und zugleich zuzupacken und beide feindlichen Brüder festzuhalten, auch, wenn dabei ein Riss durchs eigene Innerste geht. Jesus nennt sie mit dem höchsten Ehrentitel, den es geben kann. Er nennt sie Söhne (und Töchter) Gottes und seine Brüder und Schwestern.

Mt 5,10-12: Von Gott Gesegnete sind sie, die schon hier und jetzt so leben, reden und handeln, als sei das verheißene Gottesreich schon da, ja gesegnet sind sie, die um der Gerechtigkeit willen, die dann gilt, jetzt verfolgt werden; denn ihnen gehört ja schon hier und jetzt das Königtum vom Himmel. Von Gott Gesegnete seid ihr, wenn sie, die Feinde des kommenden Gottesreiches, euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden, um meinetwillen, d.h. um meiner Botschaft vom Reich Gottes willen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln (im jenseitigen Reich der unverhüllten Gottesgegenwart ebenso wie im messainischen Reich der Gottesherrschaft auf der Erde), denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

Jer 15, 15+16: ... denn du weißt, dass ich um deinetwillen geschmäht werde. Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, Herr, Gott Zebaoth.

Von Gott Gesegnete nennt Jesu jene, die die Weisungen und Gebote Gottes halten, auch wenn sie dadurch Nachteile haben. Gesegnete nennt er jene, die die Königsherrschaft Gottes in eine gottlose Welt hinein verkünden, auch dann, wenn sie dadurch in Gefahr geraten. Gesegnete sind jene, die sich zu Gott als ihrem König und zu Jesus als ihrem Herrn bekennen, auch dann, wenn sie dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

Mt 5,13 Ihr seid das „Salz“ (der Segen) für alle Völker der Erde, so wie es schon Abraham zugesprochen wurde: „In dir sollen gesegnet werden alle Völker (oder Sippen, Stämme) der Erde“; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll gesalzen werden, d.h. wenn das Zusammenleben der Jesusjünger als vorweggenommene Reich-Gottes-Gemeinschaft kraftlos und lieblos wird, womit sollen denn dann die Völker der Erde „gesalzen“, d. h. gesegnet werden? Oder mit einem anderen Bild Jesu ausgedrückt: Wenn das Samenkorn des Himmelreichs in der Jesusjüngerschaft keine Lebenskraft mehr in sich hat, wie soll dann daraus der Baum des Himmelreichs wachsen und für die „Vögel unter dem Himmel“, d.h. für die Völker der Erde, zur Wohnung werden? Zu nichts ist es mehr kräftig genug, es taugt nur noch dazu, dass es hinausgeworfen, und von den Menschen zertreten werde.

Mt 5,14-16: Ihr, d.h. nicht jeder von euch als Einzelner, sondern das Lebenszeugnis eurer Gemeinschaft, seid das Licht (oder: die Lichtquelle) der Welt (wörtlich: des Kosmos), denn durch euer Miteinander in der Liebe erstrahlt mitten in dieser verfinsterten Welt schon ein Leucht-Zeichen der erneuerten Schöpfung. Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht eine Lampe an, und stellt sie unter den Scheffel (ein Gefäß, das als Getreidemaß dient) sondern auf den Leuchter, so leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen, nicht als glänzende Selbstdarstellung, sondern als Hinweis und Wegweisung auf die alles verändernde und erneuernde Nähe des kommenden „Königtums-vom-Himmel“, und sie euren Vater in den Himmeln preisen.

"Von Gott Gesegnete" nennt Jesus Menschen, die so leben, wie er es in seinen Segenszusprüchen beschreibt. So, wie die "Seligpreisungen" es darstellen, sieht die Erneuerung der Gesinnung in der Lebensgemeinschaft der Jesusjüngerschaft aus. Und aus ihr folgt fast „automatisch“ eine Erneuerung des Lebens und Handelns, wie es in der nun folgendes Bergpredigt beschrieben wird.

Wir sehen: Nur solche, die die Selbstoffenbarung Gottes in der Heiligen Schrift kennen und bewusst und entschieden Gott als ihren Herrn und König annehmen (also Juden und Christen, die sich vom Wort Gottes leiten lassen), können im Vollsinn Bürger seines Reiches sein. Freilich mag es auch Menschen geben, die im biblischen Glauben nicht beheimatet sind, und die trotzdem in manchen ihrer Einstellungen und Verhaltensweisen den Seligpreisungen mehr entsprechen als manche, die sich Juden oder Christen nennen. Sie sind nicht fern vom Reich Gottes. Vollgültige Glieder des Gottesvolkes können sie aber erst dann sein, wenn sie auch die Botschaft der Bibel kennengelernt und die Königsherrschaft Gottes bewusst angenommen haben.

Auch die institutionellen christlichen Kirchen ebenso wie die Institutionen des Judentums sind nicht automatisch identisch mit dem Reich Gottes (nicht eine einzelne unter ihnen und nicht alle miteinander). Ihre Ämter und Amtshandlungen haben nur soweit Anteil an der Königsherrschaft Gottes, als sie darin Gott als ihren König ehren und das ist leider nicht immer und überall selbstverständlich. Die christliche Kirche ist, ebenso wie die jüdische Synagoge, nur so weit Reich Gottes, als in ihnen der Name Gottes geheiligt wird und sein Wille geschieht – wie im Himmel, so auf Erden. Wie das konkret aussehen soll, das führt Jesus nun in seiner „Bergpredigt” weiter aus als Lebensordnung des Gottesvolkes in seinem Reich (siehe den folgenden Beitrag „Die Lebensordnung im Reich Gottes“).

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Das Thema „Dein Reich komme“ enthält gegenwärtig folgende Beiträge: (Der eben verwendete Beitrag ist gelb markiert)

Das nahe Gottesreich

Sieben Merkmale der Königsherrschaft Gottes

Das Volk des Gottesreiches

Die Lebensordnung im Reich Gottes

Das Vaterunser

Auf dem Weg zur Vollendung der Schöpfung

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Bodo Fiebig Das nahe GottesreichVersion 2018-1

© 2013, herausgegeben im Selbstverlag, alle Rechte sind beim Verfasser.

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