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Bereich: Grundlagen der Gesellschaft

Thema: Freiheit

Beitrag 8: Vorherbestimmt? (Bodo Fiebig 2019- 4)

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In den ersten Beiträgen zum Thema „Freiheit“ wurde die Frage nach dem „freien Willen“ vor dem Hintergrund der persönlichen Biografie eines Menschen, seiner kulturellen Herkunft, seines Weltverständnisses und Menschenbildes, seiner ethischen Überzeugungen und Wertesyteme gestellt. Jetzt stelle ich diese Frage als Gegenüber Gottes. Nicht allgemein im Sinne irgendeiner Religiosität, sondern im Angesicht des Gottes, der sich in der Bibel und im Leben des Gottesvolkes Alten und Neuen Testaments offenbart hat.

Gott ist allwissend“, heißt eine theologische Grundaussage von diesem Gott. „Wenn aber Gott allwissend ist, dann weiß er ja auch schon im voraus, wie ich in einer bestimmten Situation handeln werde“, sagt man dann. „Wo bleibt da mein „freier Wille“, wenn doch bei Gott alles festgelegt ist? Ich kann ja gar nichts anderes wollen und entscheiden, als es bei ihm schon beschlossen ist. Funktioniert die angebliche Entscheidungsfreiheit in unserem Leben ungefähr so wie bei einem Computer, der einen schon vorgegebenen Programmablauf Schritt für Schritt abarbeitet, bis er zu dem schon vorher feststehenden Ergebnis kommt? Ich will mich dieser Fragestellung wieder anhand eines Vergleichs nähern (siehe auch das Thema „Schuld und Vergebung“):

1 Zielbestimmt

Heutzutage hat man es als Autofahrer leicht, sein Ziel zu erreichen. Man gibt einfach die Zieladresse in das Navigationsgerät ein und lässt sich von einer freundlichen Stimme über alle Straßen und Abzweigungen hinweg zum Ziel führen. Freilich kommt es manchmal vor, dass etwas Unvorhergesehenes, ein Stau oder ein Unfall … den Autofahrer zwingt, die vorberechnete Route zu verlassen. In diesem Augenblick zeigt sich aber erst die ganze „Intelligenz” dieses kleinen Gerätes: Schon wenige Sekunden nachdem man den vorgegebenen Weg verließ, hat es mit der veränderten aktuellen Ortsangabe eine neue Route berechnet, die nun von dort aus die optimale Streckenführung zum eingegebenen Ziel vorschlägt. Das ist schon wirklich eine faszinierende Technik: Das Ziel bleibt fest einprogrammiert, aber der Weg dahin kann sehr flexibel den äußeren Bedingungen angepasst werden. Umwege und auch versehentliche oder sogar absichtliche Fehlentscheidungen können den Fahrer nicht endgültig vom Ziel abbringen. Nur wenn man grundsätzlich und bis zum Schluss die Vorschläge des Geräts ignoriert und andere Wege fährt, wird man das Ziel verfehlen.

So ähnlich macht es Gott mit uns, die wir ja alle unterwegs sind zum Ziel unseres Lebens. Er bietet uns für unseren Lebensweg ein „Navigationsgerät” an, das uns sicher ans Ziel bringt, wenn wir seinen Wegweisungen folgen (was das für ein „Navi” ist, das werden wir noch sehen). Und selbst dann, wenn wir einmal von der vorgesehenen Route abweichen (schuldhaft oder ohne unser Zutun), berechnet er in jeder Sekunde unseres Daseins sofort einen neuen Weg, der uns wieder optimal zum Ziel führen kann. Um die Anweisungen dieses „Navigationsgerätes” zu steuern, „rechnet“ Gott in Sekundenbruchteilen unsere jeweils aktuelle Lebenssituation, unsere ganze Gegenwart und Vergangenheit, alles was uns antreibt oder hemmt, alle unsere eigenen Erfahrungen, Hoffnungen und Ängste mit ein und die Motivationen, Verhaltensweisen und Handlungen vieler, vieler Menschen um uns her, dazu alle sachlichen Gegebenheiten, Hindernisse und Hilfen und berechnet aus dem allen immer wieder neu den optimalen Weg zu dem Ziel, das Gott für unser Leben vorgesehen hat.

Ja, das Ziel des Lebens ist für jeden Menschen vorherbestimmt. Und: Es ist für jeden erreichbar: Ob wir es aber tatsächlich erreichen, hängt davon ab, ob wir bereit sind, der Wegführung Gottes zu folgen. Welches ist aber das Ziel unseres Lebens? Das ist für alle Menschen gleich und leicht zu benennen: Das Ziel unseres Lebensweges ist es, bei Gott anzukommen, zu dem zurückfinden, von dem unsere ganze Existenz und die der ganzen Schöpfung ausgehen. Ankommen in der Gegenwart und der Kraft seiner Liebe, das ist unsere Vorherbestimmung, unsere „Prädestination”. Unser Leben ist nicht vorherbestimmt, sondern zielbestimmt.

Vorherbestimmt für unser Leben ist nur das Ziel, nicht aber die einzelnen Stationen des Weges dorthin. Das „Navigationsgerät”, das uns Gott für unseren Lebensweg anbietet, besteht aus der Zuwendung der Liebe Gottes, sichtbar und verstehbar geworden im Leben und in der Lehre Jesu, aus seinem Reden und Handeln, das uns in den Evangelien überliefert ist und in den Erfahrungen der Menschen, die sich seiner Führung anvertrauen in seiner aktuell begleitenden Gegenwart. Das alles müssen wir in unser Leben „einbauen”, und an unsere Entscheidungsfindung „anschließen”, so, wie man ein Navi im Auto einbauen und anschließen muss, um sich von ihm leiten zu lassen. Wir müssen uns darin üben, seine Stimme zu erkennen, ihn zu verstehen und zu folgen.

Ein Unterschied zum Auto-Navi ist allerdings deutlich: Gott (und Jesus als die menschlich fassbare Erscheinung seiner Liebe) ist nicht ein seelenloses technisches Gerät, sondern er ist ein Liebender, dem es persönlich wichtig ist, dass wir das Ziel erreichen, deshalb geht er unsere Wege mit, selbst wenn sie abschnittweise in die falsche Richtung führen.

Freilich gibt es im Alten und Neuen Testament auch Texte, die uns so erscheinen, als wäre bei Gott das Leben eines jeden Menschen (und ganzer Völker) unumkehrbar für das Heil oder für die Verdammung vorherbestimmt. Die Lehre von der Vorherbestimmung (Prädestinationslehre) ist im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer wieder neu und oft sehr verschieden dargestellt worden. Im Kern ging es dabei vor allem um Fragen philosophisch-logischer Gedankenführung: Wenn Gott allwissend ist, dann weiß er auch im voraus um das Leben jedes Menschen und um dessen Ende. In diesem Vor-Wissen Gottes ist auch die Vor-Entscheidung um die Annahme oder Verwerfung dieses Menschen bei Gott schon gefallen. Und wenn Gott allmächtig ist, dann kann er auch jedes Menschenleben so führen, dass es genau so endet, wie er es vorgesehen hat. Die Prädestinationslehre ringt um das Verhältnis vom freien Willen Gottes zu erwählen und zu verwerfen auf der einen Seite und zum freien Willen des Menschen auf der anderen Seite, der dem Willen Gottes folgen kann oder auch nicht. Sie fragt nach dem Verhältnis von Gerechtigkeit und Gnade, von Erbsünde und Vergebung, von Verstockung und Freiheit. Sind unser Leben und unser Tod, unser Heil oder unsere Verdammung schon von Ewigkeit her vorherbestimmt? Diese Frage hat viele Generationen von Theologen umgetrieben.

Die Frage, die wir uns dabei stellen müssen, ist allerdings eine ganz andere: nämlich die Frage, ob die Hinwendung Gottes zu den Menschen, seine Liebe und seine Barmherzigkeit, wirklich solchen philosophisch-logischen Gedankengängen folgen, oder ob sie nicht doch aus einem ganz anderem Kraftzentrum kommen. Um einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen, sehen wir uns einige Texte aus beiden Teilen der Bibel an.

In der Bibel Alten und Neuen Testaments gibt es zwei Begriffe, die für unser Thema von entscheidender Bedeutung sind und die in beiden Testamenten einen sehr hohen Stellenwert haben: Die Begriffe „Erwählung” und „Umkehr”.

2 Erwählung

In 2. Mose 33,19 sagt Gott zu Mose (vgl. auch Röm 9, 14-23): Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. Das klingt so willkürlich und ungerecht. Aber achten wir darauf, was wirklich dasteht. Eigentlich müsste man ja erwarten: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wem ich ungnädig bin, dem bin ich ungnädig. Davon ist aber nicht die Rede. Gottes freie Wahl betrifft seine Gnade, sein Erbarmen, die er unverdient den Menschen zuwendet, nicht seine Ungnade, seinen Zorn und sein Verdammungsurteil.

Im Gesamtzusammenhang der biblischen Botschaft wird deutlich: Die Erwählung Einzelner ist immer Gnadenakt Gottes in Ausübung seiner Liebe zu allen. Gott erwählt einzelne Menschen (Abraham, Mose, David …) und auch ein einzelnes Volk (Israel), nicht um ihrer selbst willen, sondern um durch sie alle Menschen am Segen der Erwählung teilhaben zu lassen: 1.Mose 12,3b: Durch dich (angesprochen ist Abraham mit allen seinen Nachkommen) sollen gesegnet werden alle Geschlechter (d. h. alle Völker in allen Generationen) auf Erden.

Trotzdem könnten einige Texte im Alten Testament so klingen, als ob Gott bestimmte Menschen bevorzugen und erwählen würde und gleichzeitig andere zurückweisen und verwerfen.

2. Mose 19, 3-6 (als das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten entkommen war und am Sinai die Gebote Gottes empfangen sollte): Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adler­flügeln und euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.

Das könnte in unseren Ohren so klingen, als hätte Gott sich aus allen Völkern der Welt ein einziges ausgesucht und zum Eigentum erwählt und alle anderen Völker (z. B. die Ägypter) verworfen oder zumindest zurückgesetzt. Während Israel zu einem „Königreich von Priestern” und zu einem „heiligen Volk” berufen wurde, wurde Ägypten von großen „Plagen” heimgesucht und sein Heer schließlich beim Durchzug durchs „Schilfmeer” ertränkt. Ist die „Erwählung” Gottes wählerisch und ungerecht?

Sehen wir genauer hin, was im biblischen Text steht: Gott hat Israel erwählt, um ihm eine bestimmte Berufung anzuvertrauen: ein königliches Priestertum. Von ihm sollen Gesetzgebung (königliche Berufung) und Segnung (priesterliche Berufung) ausgehen zum Heil für alle Völker denn „die ganze Erde” (nicht nur Israel) ist Gottes Eigentum. So ist es in den Jahrtausenden seither geschehen: Von Israel aus sind die Gebote Gottes „in alle Welt” gegangen und von Israel aus hat der Segen „des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs” fast alle Völker der Welt erreicht. Träger dieser „Mission” war vor allem die Jesusjüngerschaft (also das Christentum), aber auch das Judentum, das Jahrhundertelang verstreut unter den Völkern der Welt lebte.

Die Erwählten Gottes sind gleichzeitig Beauftragte Gottes. Sie sind seine „Pioniere”, sind „Erstlinge”, die viel schwerere Wege durch viel schwierigeres Gelände gehen müssen als alle anderen und von denen viel mehr verlangt wird als von allen anderen. Die Erwählung Israels bedeutet eben nicht eine ungerechte Bevorzugung und erst recht nicht die Verwerfung aller anderen Völker! Welch ein Unsinn, so etwas zu behaupten und welch eine Fehleinschätzung der Absichten Gottes! Die Erwählung Israels geschieht um der anderen Völker willen, um sie zu retten und sie in den Lebensraum einer Liebe zu holen. Die Erwählung der Einzelnen zielt bei Gott immer auf die Vollendung des Ganzen.

Solche Erwählung kann auch in bestimmten Situationen den einen oder anderen von uns treffen, und das ist nichts, was wir uns wünschen sollten, denn die Erwählten Gottes müssen oft schwere Lasten tragen auf unbekannten Wegen durch unbekanntes Land.

Wer „Erwählung” so versteht, als ob da willkürlich der Eine von Gott ausgesucht und angenommen und mit der Fülle seiner Liebe und Gnade überschüttet würde, während der Andere verstockt, der Sünde überlassen, verworfen und zur Hölle verdammt würde, der ist sternenweit entfernt von der Wirklichkeit der biblischen Botschaft und dem tatsächlichen Handeln Gottes.

3 Umkehr

Luther übersetzt den Begriff „Umkehr“ (im AT „tschuva“ im NT „metanoia“) meist mit „Buße tun”. Dieses Wort, das zu Luthers Zeit angemessen und verständlich war, ist für heutige Ohren kaum mehr zu verstehen. Gemeint ist im Alten und Neuen Testament eine Abkehr von falschen Wegen und eine Neuorientierung des Lebens und Handelns. „Umkehr”, das ist ein Zentralbegriff in der ganzen Bibel.

Von Jesus gibt es in den Evangelien keine Aussagen zu einer „Prädestination”. Für ihn steht die Aufforderung zur Umkehr im Mittelpunkt. Im Matthäusevangelium wird die ganze Predigt Jesu in einem einzigen Satz zusammengefasst (Mt 4, 17): Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Kehrt um, denn das Reich Gottes (das Himmelreich) ist nahe herbeigekommen. Das war der entscheidende Inhalt seiner Predigt, auf den Punkt gebracht. Darum geht es Jesus in seinem öffentlichen Reden und Handeln: dass die Menschen umkehren von verkehrten Wegen, Einstellungen und Handlungsweisen und sich zum Reich Gottes, d. h. zu Gott selbst führen lassen. Die Möglichkeit zur Umkehr setzt aber voraus, dass das Leben eines Menschen und auch das Urteil Gottes über dieses Menschenleben eben nicht vorausbestimmt und festgelegt sind, sondern jederzeit durch Umkehr für die Vergebung Gottes zugänglich bleiben.

Einige Äußerungen in den Paulusbriefen scheinen dem zu widersprechen, z. B. Eph 1, 3-6: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten.

Hier ist von „Vorherbestimmung“ die Rede. Aber sehen wir genau hin, was da steht: Gott hat für unser Leben etwas vorherbestimmt, ja! Er hat vorherbestimmt, dass wir seine Kinder sein sollen. Und das gilt für alle Menschen! Ohne Ausnahme! Und damit diese „Frohe Botschaft” auch alle Menschen erreichen kann, hat er einige erwählt, dass sie heilig und untadelig sein sollen (soweit das menschenmöglich ist), damit durch ihr Beispiel auch andere Menschen überzeugt und zur bewussten Gotteskindschaft geführt werden.

Ganz ähnlich ist es in Röm 8, 28+29: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

Gott hat alles Menschsein dazu bestimmt, dass es ein Ebenbild Gottes sein soll (1.Mose 1, 27): Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde; zum Bilde Gottes schuf er ihn ...” Siehe auch den ThemenbeitragAdam, wer bist du?”). Das ist die Schöpfungsberufung der ganzen Menschheit. Jesus aber ist der Einzige, in dem das Bild Gottes im Menschsein wirklich zu einer vollkommenen Ausprägung gekommen ist (Joh 14,9: Wer mich sieht, der sieht den Vater!). Wenn aber nun Menschen „dem Bild seines Sohnes” gleich werden, werden sie zugleich Gott ähnlich und erfüllen so (wenigstens ansatzweise) die Schöpfungsberufung der ganzen Menschheit. Dazu sind nach dem „Ratschluss” Gottes alle Menschen berufen, denn alle Menschen haben die Möglichkeit von falschen Wegen umzukehren und Gott zu suchen und ihn lieben zu lernen.

Solche Umkehr ist stärker als alles andere, auch stärker als jede schuldhafte Verirrung. Ein Beispiel dafür: Im Alten Testament wird der Weltstadt Ninive von Gott selbst der Untergang angekündigt: „Ninive wird untergehen”, Wort Gottes. Als aber die Einwohner von Ninive sich von ihren verkehrten Wegen und Verhaltensweisen abwenden und umkehren zu dem, was Gott sagt und will, da nimmt er sein Wort zurück und tut nicht, was er angekündigt hat. Ninive ist angesichts der Bosheit seiner Bewohner der Untergang vorherbestimmt, ja, aber die Umkehr hebt die Vorherbestimmung auf. Im Neuen Testament sagt Jesus im Gleichnis vom verlorenen Sohn das Gleiche: Der Vater (also Gott) wartet voller Sehnsucht darauf, dass der verlorene Sohn umkehrt und zu ihm zurückkommt, und als das geschieht, wird alles wieder gut. Die Bereitschaft Gottes zur Vergebung hängt nicht an der Größe unserer Schuld, sondern an der Echtheit unserer Umkehr. Niemand (und Gott erst recht nicht) wird irgendeinen Menschen gegen dessen Willen zur Hölle verdammen. Ein gängiges Sprichwort trifft hier den Nagel auf den Kopf: „Im Himmel gibt es nur Freiwillige; in der Hölle auch.“

Es ist wie bei dem Navigationsgerät im Auto: Wenn wir uns verfahren haben (aus welchen Gründen auch immer) dann kommt es entscheidend darauf an, dass wir bereit sind anzuhalten und uns neu zu orientieren und uns nunmehr von der Stimme des Navigationsgerätes zu unsrem Ziel führen zu lassen. Die früheren Umwege haben Zeit und Kraft gekostet, ja, aber sie müssen uns nun nicht mehr belasten und können nicht verhindern, dass wir das Ziel doch erreichen.

Freilich müssen wir dabei bedenken, dass wir, wenn wir mutwillig immer wieder von der Wegführung Gottes abweichen und uns hartnäckig weigern, seinen Weisungen zu folgen, uns so weit von ihm entfernen können, dass unser „Sprit”, d. h. unsere geistige und körperliche Lebenskraft und Lebenszeit und unsere aktuelle Fähigkeit zur Neuorientierung und Umkehr nicht mehr ausreichen, um uns zum Ziel zurückführen zu lassen (z. B. auch bei einem plötzlichen Tod durch Unfall oder Herzinfarkt ...). Deshalb betont Jesus immer wieder, dass es klug ist, jetzt umzukehren, nicht irgendwann.

Unser „Navi” Jesus ist jederzeit mit dem „Satelliten” (dem Vater) verbunden, der den ganzen Überblick hat über unseren gegenwärtigen Standort, über das Ziel unseres Lebens und über jedes Wegstück dazwischen, so kann es uns sicher zum Ziel führen. Die einzige Vorherbestimmung, die „Prädestination” für unser Leben ist „Ankommen bei Gott“ und nur wir selbst könnten verhindern, dass wir dieses Ziel auch erreichen.

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Bodo Fiebig Version 2019 - 4

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