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Themenbereich: Herausforderungen der Gegenwart

Thema: Gefährliche Entwicklungen

Beitrag 6: Der Generationen-Abstand (Bodo Fiebig 2020-2)

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Zwischen den Generationen, zwischen jung und alt gab es schon immer Spannungen und gegenseitige Missverständnisse. Das ist nichts Neues. Neu ist allerdings die gegenwärtige Weite dieses Generationen-Abstands. Der ist unterdessen so groß geworden, dass aus Spannungen eine kaum überbrückbare Distanz, und aus einzelnen Missverständnissen ein ratloses Unverständnis entstanden ist. Vor allem aus der Sicht der Älteren scheint die Welt der Jüngeren ein unbekanntes Land, unbekannter als die Antarktis oder die Rückseite des Mondes. Was steckt hinter dieser Distanz und diesem Unverständnis?

Zunächst und vordergründig eine Beschleunigung der technischen Entwicklung und eine kommunikative Revolution.

Die genannte technische Entwicklung ist allerdings weniger ein technisches Problem, sondern vor allem ein Zeit-Problem. Wesentliche Veränderungen, die das Leben von vielen Menschen stark beeinflussten, dauerten früher sehr lange Zeiträume, Jahrhunderte manchmal, in denen das alte und das neue Wissen zusammen von Generation zu Generation weitergegeben werden konnte. Über Jahrzehnte gewonnene Erfahrungen und die dazugehörigen Werkzeuge und Methoden waren der wertvollste Schatz der älteren Generation, der weitergegeben und von den Jüngeren weiterverwendet werden konnte. Der Schmied im Dorf konnte seine Werkstatt mit allen Geräten und mit seinem Wissen und seinem Erfahrungsschatz an die nächste und übernächste Generation weitergeben und diese konnte das Erbe wirklich gebrauchen und anwenden.

Diese Generationen-Staffel der Wissensweitergabe funktionierte seit Jahrtausenden, bis sie im zwanzigsten Jahrhundert jäh und für immer abgebrochen wurde. Die technischen Entwicklungen und die Anwendbarkeit der erworbenen Erfahrungen wurden in immer kürzeren Zeitabständen überholt. Das Erfahrungswissen und die Werkstattausstattung z. B., die ein Schmied von seinem Vater und Großvater Anfang des 20. Jahrhunderts übernommen hatte, waren Ende dieses Jahrhunderts an der CNC-gesteuerten Maschine nichts, aber auch gar nichts mehr wert. Und diese Entwertung des Erfahrungswissens geschah auf fast allen Gebieten beruflicher Tätigkeit und entwickelt sich immer noch in ungebremster Beschleunigung. Die Älteren haben den Jüngeren für ihr berufliches Weiterkommen nichts mehr zu bieten (Ausnahmen gibt es, aber die spielen aufs Ganze gesehen, kaum eine Rolle). Der Abstand zwischen Generationen wächst.

Die oben angesprochene kommunikative Revolution kommt noch hinzu und vertieft und erweitert diesen Abstand. Die Erfindung und Verbreitung des Smartphons und der „sozialen Netzwerke“ ermöglicht eine Vielfalt, Weite und Dichte von Kommunikation, wie sie noch nie vorher möglich war und die weit darüber hinausgeht, was z. B. die Erfindung des Telefons vor 100 Jahren bewirken konnte. Damals ging es um eine Überbrückung von Entfernungen bei der Kommunikation. Man konnte von Hamburg aus mit der Oma in München reden, als wenn sie direkt neben einem stünde. Die Art der Kommunikation selbst war aber im Wesentlichen die gleiche: Ein Hin und Her von Äußerungen zwischen zwei Gesprächspartnern.

Das hat sich nun grundlegend geändert. Man kommuniziert nicht mehr mit einem einzelnen Gegenüber, sondern innerhalb von Netzwerken. Selbstverständlich kann man auch noch mit einzelnen Gesprächspartnern telefonieren, aber das eigentlich Neue ist, dass man nun jeweils mit einer ganzen Gemeinschaft verbunden sein kann, an die man Nachrichten, Meinungen, Bilder usw. in Form von Datenpaketen sendet und von der man ebensolche Antworten empfängt. Das bewirkt eine grundsätzliche Veränderung menschlicher Kommunikation und zwischenmenschlicher Beziehungen. Die Kommunikation geschieht jetzt sehr oft in einem Raum der (Halb)-Öffentlichkeit. Die vielen Entfernten und weit Verstreuten werden zu Teilnehmern einer simulierten Nah-Kommunikation.

Das hat riesige Vorteile und Chancen, aber auch ebenso große Risiken. Eine solche Vielfach-Kommunikation stellt gewaltige Anforderungen die Sach- und Sozialkompetenz der Teilnehmer. Und viele sind diesen Anforderungen nicht gewachsen. Vor allem deshalb, weil jede Sachinformation, die man weitergibt oder empfängt, nun mit einem verwirrenden Gespinst von sozialen Bedeutsamkeiten überlagert ist. Wer geschickt damit umzugehen vermag, wird zum „Influenzer“ (Beeinflusser) und zum Sprachrohr von Zehntausenden, die den Eindruck haben, selber nicht mehr ganz mitzukommen mit der Fülle und der Verschiedenheit an Inhalten, Bedeutungen und versteckten Absichten.

Das Ansehen einer Person hängt nun entscheidend an der Art und den Inhalten, am Umfang und an der Qualität ihrer Kommunikation und an der Überzeugungskraft ihrer Selbstdarstellung in ihren Netzwerken. Das erfordert völlig veränderte Kompetenzen, wenn man in den entsprechenden Medien wahrgenommen werden will und vielleicht sogar noch erfolgreich sein will. Die jüngere Generation lebt in einer Welt, in der die soziale Wertschätzung weniger durch direkte persönliche Begegnungen angelegt und verändert wird, sondern vor allem durch indirekte, aber massenhaft verbreitete digitalisierte Informationen. Ich will das an folgendem Bild veranschaulichen:

Stellen wir uns eine Treppe vor, keine normale Treppe, sondern eine große weitläufige Treppenanlage, etwa wie die großartige „Spanische Treppe“ in Rom, mit mehreren Abschnitten und Absätzen, mit zentralen Anstiegen und seitlichen Verläufen ..., auf der sich Touristen und Einheimische drängen: Aktive und Zuschauer, Laute und Stille, Glänzende und Unauffällige, Starke und Schwache ... Nur ist hier keine steinerne Treppe gemeint, sondern ein Stufensystem der sozialen Rangordnungen, auf dem jeder im Zusammenspiel von Selbsteinschätzung und Fremdbewertung seine Position in der Rangfolge der zwischenmenschlichen Wertungen finden muss (und, soweit möglich, auch aufwerten will, indem man versucht, auf der Stufen des Ansehens ein Stückchen weiter nach oben zu kommen).

Dabei ist hier nicht in erster Linie die Stufenleiter des beruflichen Erfolgs gemeint, sondern das mindestens genau so schwierige und problemgeladene Auf und Ab auf der Stufenleiter des sozialen Erfolgs (zwei Treppen, die sich auch immer wieder mal berühren. Beruflicher Erfolg kann ja eine starke, aber auch schnell brüchig werdende Stütze der sozialen Position sein): Wer sind die Stars der Szene, um die sich alle scharen, um von deren Glanz auch einen Schimmer abzubekommen? Wer sind die Vorzeigetypen und Lautsprecher der verschiedenen Grüppchen und Cliquen, wer die gern gesehenen Mitläufer, wer die gerade noch geduldeten Randfiguren? Wer müsste demnächst damit rechnen, dass man sie (ihn) links liegen lässt, sie gekonnt übersieht, als wären sie gar nicht da? Und welche wird man als nächstes rausbeißen, sie mit anzüglichem Spott oder offenem Hohn der Verachtung preisgeben vor der Weltöffentlichkeit des Internet?

Der (von außen wahrnehmbare) soziale „Erfolg“ entscheidet über die Stufe auf der Treppenanlage der sozialen Wertigkeit. Jede Aufmerksamkeit, die man in den „sozialen Medien“ zu erregen vermag und die durch entsprechende Klicks und Likes bestätigt wird, kann zur messbaren Aufwertung auf der sozialen Beliebtheitsskala beitragen (oder zur Abwertung, wenn die Bestätigung ausbleibt). Jeder gelungene Flirt kann eine Höher-Stufung bedeuten (oder einen Absturz, wenn die Beziehung sichtbar scheitert), jeder gemeinsame schöne Tag, jede gemeinsame sinnliche Nacht kann ein Schritt sein nach oben auf der Treppe des sozialen Erfolgs, oder auch ein Schritt in die Erniedrigung, wenn der/die Partner/in sich danach demonstrativ für eine/n andere/n entscheidet.

Die heute übliche Unverbindlichkeit der Beziehungen mag manches leichter machen, oder auch schwerer, weil sie so etwas wie Beständigkeit oder Treue nicht als selbstverständlich voraussetzen kann. Wie viele Teenager (wahrscheinlich sind es Millionen) sehen sich einem unaufhörlichen Beziehungs-Stress ausgesetzt, zerrieben zwischen krampfhafter Selbstinszenierung und hilflosem Ausgeliefert-sein, gefangen im Netz der Beziehungs-Fäden, Fallstricke und Intrigen? Denn es geht ja um einen hohen Einsatz: Es geht um den Erhalt oder den Verlust des eigenen Selbstwertbewusstseins, um Aufwertung oder Abwertung der eigenen Identität (freilich sind da nicht nur Teenager betroffen, sondern auch „ältere Semester“, soweit sie sich selbst noch als Mitspieler im „Beziehungs-Schach“ verstehen).

Je höher man hinaufkommt auf dieser Treppe, desto wahrscheinlicher trifft man auf Menschen, die sich selbst für sehr bedeutend, wichtig, großartig, unwiderstehlich halten (und das manchmal auch von anderen bestätigt bekommen). Sie verstehen es, sich selbst so inszenieren, dass andere (auf niedrigeren Stufen) den Eindruck haben, in ihrer Nähe könnten sie vielleicht selbst eine Chance zur Höherstufung zu bekommen. Unten am Fuß der Treppe verlieren sich die Restbestände der Verlierer, der Resignierten und Abgeschriebenen. Wobei aber (und das kann man nicht laut genug betonen) die Position auf der sozialen Stufenleiter nichts über den Charakter, die Intelligenz, Einsatzbereitschaft und Gefühlsstärke einer Person aussagt. Gerade auf der oberen Rängen finden sich (nicht immer, aber doch oft) sehr hohle Gemüter, eitel, selbstgefällig, unsensibel, manchmal rücksichtslos, vielleicht optisch und erotisch anziehend, vielleicht beeindruckend im Auftreten und in der Selbstdarstellung, aber immer nur sich selbst bewundernd und auf Dauer beziehungsunfähig (so weit das Bild von der sozialen Treppenanlage).

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Diese für viele Jugendlichen sehr belastenden Vorgänge (ich habe sie weiter oben "vordergründig" genannt) spielen sich vor einem Hintergrund ab, der dem Ganzen eine zusätzliche und grundsätzliche Bedeutung gibt. Neben und hinter der Beschleunigung der technischen Entwicklung und der kommunikativen Revolution steht noch eine andere Realität, die jedoch äußerlich kaum wahrnehmbar ist, im Innern der Gesellschaft aber um so wirksamer.

Es geht immer um Wertungen. Und innerhalb eines differenzierten Wertesystems geht es vor allem um die soziale Position der eigenen Person. Wenn wir genauer hinsehen merken wir: Eigentlich geht es weniger um eine feststehende Position, als vielmehr um die Entwicklungstendenz einer Vielzahl von Meinungen und Wertungen: Sind sie insgesamt eher aufwertend oder eher abwertend? Geht es nach oben oder nach unten? Aber: Hängt diese Tendenz wirklich nur an unseren technischen und kommunikativen Fähigkeiten? Nein, solche Wertungen geschehen immer auf der Grundlage von Grundwerten, die in einer Gesellschaft bewusst oder unbewusst gültig sind und hier liegt ein entscheidendes Problem unserer Gegenwart.

In früheren, kulturell relativ homogenen und von eindeutigen und allgemein anerkannten und gültigen Werthaltungen geprägten Gesellschaften ging es meist um bipolare Spannungsfelder: Richtig oder falsch, erlaubt oder verboten, gut oder böse? Man musste sich entscheiden! Und wer seine Entscheidungen so traf, dass die im Rahmen dessen blieben, was allgemein als richtig, erlaubt und gut galt, konnte damit rechnen, gesellschaftlich anerkannt zu sein. Und man empfand es als ungerecht, wenn jemand trotz moralisch einwandfreien Verhaltens auf der gesellschaftlichen Werteskala nach unten abgedrängt wurde, oder wenn jemand trotz (oder gerade wegen) seines moralisch fragwürdigen Verhaltens Erfolg hatte und gesellschaftlich aufgewertet wurde. Trotzdem: Die Gesamtheit der sozialen Werte und die Bereitschaft, sich darin einzufügen, gab für jeden Einzelnen einen sichere Grundlage, auf der man seine soziale Stellung stabil und dauerhaft aufbauen konnte. Wer sich an die bestimmenden Ordnungen, Regeln und Werte hielt, bewegte sich auf relativ sicheren Grund.

Heute aber leben wir weltweit (abgesehen von abgeschotteten Diktaturen oder entlegenen Kulturinseln, wo kleinere Völker oder Volksgruppen in relativer Isolation leben) nicht mehr in eindeutigen Wertesystemen mit diesen bipolaren Spannungsfeldern (richtig oder falsch, gut oder böse), sondern in einem multipolaren Wertepluralismus. Wir bewegen uns (moralisch gesehen) in einem riesigen „Markt der Möglichkeiten“ mit verlockenden Angeboten (die sich manchmal auch als gefährliche oder sogar tödliche Fallen erweisen können) und mit einem Wirrwarr von konkurrierenden Wertesystemen. Für die Heutigen geht es nicht mehr darum, sich zwischen richtig oder falsch, gut oder böse zu entscheiden (das geht auch oft gar nicht, weil es dafür keine allgemein gültigen Maßstäbe mehr gibt), sondern darum, einen eigenen, für sich selbst einigermaßen stimmigen Weg zu finden, auf dem man möglichst unbeschadet, ja vielleicht sogar erfolgreich durch diesen moralischen „Markt der Möglichkeiten“ und die sich rasant verändernden Rahmenbedingungen der Zeit kommen kann (wobei die Grenzen zwischen erlaubt oder verboten eine immer weniger entscheidende Rolle spielen).

Trotzdem sehnt man sich nach einer einheitlichen und allgemein anerkannten ethischen Grundlage. Und weil es die in der Gesamtgesellschaft nicht mehr gibt, sucht man sich eine Kommunikations-Blase, innerhalb derer man auf relativ einheitliche Anschauungen trifft, die man aber, wenn einem die Art oder Richtung nicht mehr passt, auch wieder wechseln kann. (Die frydays fo future – Bewegung ist bei jungen Menschen deshalb so populär, weil hier endlich mal eine Bewegung ist, wo man den Eindruck hat: Ja, hier stehe ich auf der allgemein anerkannten „richtigen“ Seite, für eine eindeutig gute Sache, hier kann ich mich engagieren, ohne dass ich befürchten muss, morgen stellt sich raus, dass das doch wieder nur die einträgliche Geschäftsidee eines Weltkonzerns war.)

In den Medien wird immer wieder die Verwunderung geäußert, dass so viele Menschen offenbar gar kein Gespür mehr haben, was im Miteinander einer Gesellschaft angemessen oder wenigstens noch erträglich ist. Öffentliche Hasskommentare, Wutausbrüche, Tabubrüche, Raserei, Gewalt … woher kommt das? Unerklärlich! Die selben Medien haben aber in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten genau solche Ausbrüche und Tabubrüche gefeiert, jedenfalls, solange sich das „Kunst“ nannte. Eine gewaltige weltweite Medien- und Unterhaltungsindustrie hat jahrzehntelang aus dem Schauer der Gewalt, der Allgegenwärtigkeit des Verbrechens, aus dem Genuss fremden Leides, den Flammen des Hasses, der Glut der Bosheit, dem Schrecken des Krieges, dem Höllenfeuer des Untergangs gewaltige Gewinne geschlagen. Und das „Kunst“ genannt, um es unangreifbar zu machen, denn die Freiheit der Kunst ist grenzenlos, auch da, wo die angebliche „Kunst“ in Wirklichkeit nur billiger Kommerz ist. Damit hat man das ethischen Fundament der Gesellschaft aufgeweicht, hat es verleumdet als etwas Gestriges, Überholtes, geradezu lächerlich Unmodernes, hat es zerbröselt und aufgelöst.

Nein, man muss sich nicht wundern über all das Negative, das uns begegnet, man muss sich eher wundern, dass in all der Verächtlichmachung des Positiven, so viel Ehrlichkeit, Anständigkeit, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, ja sogar Güte und Hingabe noch erhalten sind, das ist offensichtlich doch nur schwer ganz kaputt zu kriegen.

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Das Phänomen der ethischen Auflösung ist aber nicht auf die Unterhaltungsindustrie beschränkt. Sie vollzieht sich z. B. auch im beruflichen Umfeld. Man kann nicht mehr damit rechnen, (beruflich oder privat) anerkannt und wertgeschätzt zu werden, weil man ehrlich, anständig und zuverlässig versucht, das Richtige, Erlaubte und Gute zu tun. Gewiss: Man braucht solche Leute, ja, aber man verachtet sie mehr als dass man sie schätzt. Man wird sie nicht fördern oder gar befördern, denn man braucht sie auf der unteren Ebene, wo die tatsächliche Arbeit geleistet werden muss. Oben, wo die Entscheidungen fallen, wären sie eher störend. Für verantwortliche, leitende Aufgaben wird man sie nicht einsetzen. Sie gelten als nicht „durchsetzungsstark“ und „effizient“ genug: Zu wenig Ellenbogeneinsatz, zu wenig Skrupellosigkeit, zu wenig „Biss“ im Umgang mit Kollegen und Geschäftspartnern.

In den sogenannten „westlichen“ Kulturen hat der Indikator „Erfolg“ einen entscheidenden Einfluss auf die Tendenz der eigenen Wertigkeit. Erfolg (oder was ich anderen als Erfolg darstellen und „verkaufen“ kann) hebt die Tendenz in Richtung Aufwertung; Misserfolg (oder was ich als Misserfolg empfinde oder was mir von anderen als Misserfolg angelastet wird) drückt die Tendenz in Richtung Abwertung. „Erfolg“ aber ist heutzutage mit einer ethisch begründeten und gefestigten Haltung normalerweise kaum mehr zu haben.

Die heute jüngere Generation ist in diesem ethischen Mangelzustand aufgewachsen. Und sie versucht, darin einen eigenen gangbaren Weg zu finden. Sie vermeidet (aus gutem Grund) Entscheidungen und Festlegungen, weil sie überhaupt nicht abschätzen kann, was morgen gelten wird. Die heutige ältere Generation hat noch Restbestände ihres alten Wertefundaments (auf dem sich allerdings auch die Todeslager der Vergangenheit aufbauen ließen), ein Fundament jedenfalls, das nicht mehr zu dem „Haus“ passt, in dem die Menschheit im 21. Jahrhundert dauerhaft wohnen könnte. Das heißt: Der Abstand zwischen den Generationen wird wohl noch weiter wachsen wachsen.

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Bodo Fiebig „Der Generationen-Abstand“ Version 2020-2

© 2020, herausgegeben im Selbstverlag, alle Rechte sind beim Verfasser.

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