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Verbraucher und Entscheider

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Verbraucher und Entscheider

Die Gesellschaften der Welt driften auseinander. Und dies nicht nur im Verhältnis arm-reich (da ist es besonders auffällig), sondern, vielfach unbemerkt, aber doch sehr folgenreich, auch im Verhältnis Verbraucher-Entscheider.

99% der Weltbevölkerung (die Zahl ist fiktiv, wahrscheinlich ist sie real sogar noch näher an der 100%-Marke) werden als Käufer von Waren umworben (Waren, von denen sie viele eigentlich gar nicht brauchen) und sie haben dabei das Gefühl, als ob sie wichtig wären, weil sie ja entscheiden, welches Produkt sie mit ihrem mühsam erarbeiteten Geld kaufen. Welch ein Irrtum! In Wirklichkeit sind sie nur ahnungslose „Consumer“, und es völlig egal, ob sie das eine oder das andere Produkt kaufen. Sie sollen nur durch ihre Arbeit und ihren Konsum das Geld erwirtschaften, über das dann die wenigen „Entscheider“ nach ihren Vorstellungen und Zielen verfügen. Viele Produkte werden ganz bewusst so gestaltet (zum Beispiel Smartphones, Tabletts, Computerspiele, VR-Brillen usw.), dass man unendlich viele Möglichkeiten hat zu anregendem aber sinnlosem Zeitvertreib, aber möglichst wenige Möglichkeiten zu sinnvollem Tun, das womöglich in ein zielgerichtetes Handeln münden könnte.

Ja, mehr noch: Die „Consumer“ und ihr Umgang mit ihren teuer erworbenen „Spielzeugen“ sollen möglichst so gelenkt werden, dass sie freiwillig und kostenlos das Rohmaterial für die Entscheidungen der „Entscheider“ liefern: Ihre Daten, die Daten über ihr Leben, ihre Gewohnheiten und Vorlieben, ihre Wünsche und Hoffnungen, auch über ihre Ängste und Enttäuschungen, ja, sogar über ihre Abneigungen, Hassobjekte und Aggressionspotentiale.

Milliarden von Menschen auf dieser Erde werden von den wenigen wirklichen „Entscheidern“ gehalten wie eine Herde Schafe auf einer Weide: Sie sollen (möglichst freiwillig) ihre „Wolle“ (ihr Geld und ihre Daten) geben und am Ende (nun gar nicht mehr so freiwillig!) auch ihr „Fleisch“ (ihr Leben, ihre ganze menschliche Existenz). Und damit sie nicht davonlaufen und womöglich eigene Wege gehen, muss muss man sie füttern, füttern mit faszi­nieren­den Unterhaltungsangeboten. Die neueste Technik-Welle zeigt überdeutlich, wohin die Reise geht: Man möchte die Verbraucher in eine „virtuelle Realität“ entführen, faszinierend, berauschend, überwältigend, damit sie die Vorgänge in der „wirklichen Realität“ möglichst nicht mehr wahrnehmen. Und deshalb müssen möglichst alle Gebrauchsgegenstände diese drei Aufgaben erfüllen: Sie müssen erstens (selbstverständlich) Geld einbringen, und zweitens, sie müssen durch ihr überwältigendes Angebot von spielerisch-kommunikativen Herausforderungen möglichst effektiv von allen realen Vorgängen und Hintergründen ablenken und sie müssen drittens möglichst viele konkrete, vielschichtige und genaue Daten liefern, die es den Entscheidern ermöglichen, ihre eigentlichen Ziele konsequent zu verfolgen. Selbst Autos, die bisher dazu da waren, Personen von A nach B zu bewegen, werden neuerdings zu datenliefernden Spielzeugen um- und aufgerüstet.

Nun wäre es mehr als naiv, anzunehmen, dass die Entscheider unser Geld und unsere Daten nur brauchen, um neue Produkte zu entwickeln und diese Produkte noch besser an den Mann und die Frau zu bringen. Nein, ihre Ziele sind viel weiter gesteckt. Sie folgen der schlichten, aber alles bestimmenden Formel des 21. Jahrhunderts: Geld + Daten = Macht. In den Labors der großen Soft- und Hardware - Konzerne werden Alpträume von Weltbeherrschungs-Systemen entwickelt, die aber alle und ausnahmslos als Weltbeglückungs-Träume verkauft werden sollen: Frieden, Gesundheit und Glück für alle und für immer! Die Frage allerdings, welchen Mächten ihre Machtintrumente schließlich in die Hände fallen werden, ist noch nicht entschieden. Die wirklich Mächtigen haben weltweite Machtkartelle geschmiedet, deren Strukturen und Verantwortlichen kaum jemand kennt (siehe den Themenbeitrag „Macht ohne Menschlichkeit“). Was ihnen teilweise noch fehlt, ist die alle und alles erfassende Daten-Basis für die Entfaltung ihrer Macht.

Sicher, es ist angenehm und anregend, sich von den Angeboten der digitalen Unterhaltungsindustrie unterhalten und gefangen nehmen zu lassen, aber es sollten sich doch wenigstens einige die Freiheit nehmen, nach den Auswirkungen der Entscheidungen zu fragen, durch welche die „mächtigen Entscheider“ auf das Leben von uns „machtlosen Verbrauchern“ Einfluss nehmen. Denn die bestimmen (je weniger wir es bemerken, um so totaler) unsere reale Wirklichkeit in Gegenwart und Zukunft

Bodo Fiebig Verbraucher und Entscheider (Version 2016-5)

Herausgegeben im Selbstverlag, alle Rechte sind beim Verfasser.

Vervielfältigung, auch auszugsweise, Übersetzung, Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers

© 2012 Bodo Fiebig, Schwalbenweg 3, D 95119 Naila

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